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3D-Drucker im coolMINT

Es gibt Momente, da sind erfahrende Wissenschaftler begeistert von der Kreativität der Jugend. So ein Moment lies sich im zdi-Schülerlabor coolMINT-Paderborn erleben, als Schüler Marco einer Gruppe von Journalisten, Dozenten und dem Präsidenten der Hochschule, Prof. Dr. Nikolaus Risch, sein Forschungsprojekt vorgestellt hat. Der 20-Jährige baut mit seinen Kollegen Jan, Paul und Florian ein Motoren-Modell.

Jan Hofmann, Paul Middel, Florian Hillebrand und Marco Lotzkat (v.l.n.r) vom Berufskolleg Olsberg arbeiten an einem Motoren-Modell.

Jan Hofmann, Paul Middel, Florian Hillebrand und Marco Lotzkat (v.l.n.r) vom Berufskolleg Olsberg arbeiten an einem Motoren-Modell.

“Die Idee ist folgende: Wir haben eine neue Art von Mechanik im Motor entwickelt, um die Kräfte, die auf die Kolben im Motor wirken, zu minimieren”, sagt Marco. Er selbst ist Auto-Fan und ärgert sich, dass die Kolben eines Motors kaputt gehen können. Im 3D-Drucker, den das coolMINT Schülergruppen ab sofort zur Verfügung stellt, wollen die vier Schüler des Berufskollegs Olsberg eine Miniatur des neu erdachten Motors drucken.

Ob das Modell wirklich ein Vorbild für die Industrie wird, das wird sich erst noch zeigen. Aber beeindruckt hat Marco die Forscher der Hochschule schon jetzt. “Wir finden es super, dass Sie sich hier an die Arbeit mit dem 3D-Drucker herantasten. Genauso funktioniert ja auch die Entwicklung von Wissenschaft, ” ermutigt Präsident Risch die Schülerinnen und Schüler.

Manuel Akay, Marco Lotzkat, Megan Althaus und Präsident Prof. Dr. Nikolaus Risch waren von dem neuen 3D-Drucker des coolMINT-Paderborn begeistert.

Manuel Akay, Marco Lotzkat, Megan Althaus und Präsident Prof. Dr. Nikolaus Risch waren von dem neuen 3D-Drucker des coolMINT-Paderborn begeistert.

Ebenfalls am Berufskolleg Olsberg entwickeln Megan, Simon, René und Frederik eine Mini-Windmühle. Die wollen eine rund 20 Zentimeter hohe Mühle in insgesamt neun Einzelteile zerlegt drucken und zusammenbauen. Sowohl der Turm als auch die Flügel lassen sich drehen. Carsten, Niklas und Lukas von der Realschule Fürstenberg wollen die Gruppe unterstützen – und vielleicht ein passendes Kugellager drucken.

Megan Althaus, Frederik Priefer, Carsten Witteler, Simon Wedepohl, Niklas Wodera, René Langer und Lukas Happel entwickeln eine Miniatur-Windmühle.

Megan Althaus, Frederik Priefer, Carsten Witteler, Simon Wedepohl, Niklas Wodera, René Langer und Lukas Happel entwickeln eine Miniatur-Windmühle.

Eric Klemp vom DMRC – Direct Manufacturing Research Center, das dem Schülerlabor den Drucker zuer Verfügung gestellt hat, findet die Idee gut: “Ich möchte die jungen Menschen dazu bringen, Technik zu mögen. Und ihnen zeigen, dass sie selbst etwas entwickeln und umsetzen können.” Eine komplette Windmühle aus dem 3D-Plotter, wie das Gerät unter Experten heißt, hat es wohl noch nicht gegeben.

Eine weitere Gruppe von der Realschule Fürstenberg arbeitet ebenfalls an etwas Besonderem: Sie wollen eine Halterung für Trinkflaschen in Kleintierställen bauen, die wärmegedämmt ist. Der Trick: Der Drucker stellt eine Halterung her, die viele Luftwaben besitzt und so die darin enthaltene Wasserflasche vor Wärme oder Kälte schützt. Die Schüler Mike, Daniel, Habib und Manuel müssen allerdings einige Stunden warten, bis ihr Prototyp aus dem Drucker genommen werden kann.

Mike Diemke, Daniel Siegel, Habib Sediqi und Manuel Akay (v.l.n.r.) warten darauf, dass ihre wärmegedämmte Halterung für Kleintier-Trinkflaschen fertig gedruckt wird.

Mike Diemke, Daniel Siegel, Habib Sediqi und Manuel Akay (v.l.n.r.) warten darauf, dass ihre wärmegedämmte Halterung für Kleintier-Trinkflaschen fertig gedruckt wird.

Der Druck an sich dauert mehrere Stunden. Statt der Tinte, die die Buchstaben auf ein Blatt Papier druckt, werden hier kleinste, flüssige Kunststofftröpfchen aufeinander gedruckt. Die Daten zu dem Druck werden über ein CAD-Programm am Laptop geliefert. Dieses Programm nutzen Maschinenbauer und Ingenieure, um Modelle zu zeichnen.

Jürgen Domjahn vom coolMINT-Schülerlabor freut sich über das Engagement der Schülerinnen und Schüler: “Es ist schön zu sehen, mit wie viel Begeisterung sie sich mit Technik auseinandersetzen. Vor allem vor dem Hintergrund der vermeintlichen Technikverdrossenheit.”

Am Ende des Tages muss der Druck der Trinkflaschenhalterung abgebrochen werden. Die Betreuer sehen noch viel Verbesserungspotenzial und möchten die Druckdatei erst noch mit der Gruppe überarbeiten.

Im Vordergrund sieht man einen Teil der wärmegedämmten Halterung für Kleintier-Trinkflaschen.

Im Vordergrund sieht man einen Teil der wärmegedämmten Halterung für Kleintier-Trinkflaschen.

In den kommenden Wochen werden die insgesamt vier Gruppen, zu denen auch eine Gruppe vom Einstein-Gymnasium gehört, die eine Halterung Kopfhörer bastelt, ihre Entwicklungen perfektionieren. Bis Ende Mai werden die Projektergebnisse der Jury von Lab2Venture vorgestellt. Die bundesweit besten Schülerteams dürfen an einem Ferienkurs an der iVenture Akademie teilnehmen und ein passendes Geschäftsmodell für ihr Projekt entwickeln. Lab2Venture ist ein gemeinsames Modellvorhaben der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, LernortLabor – Bundesverband der Schülerlabore e.V. und TheoPrax, Fraunhofer Institut für chemische Technologie.

 

13. Mai, 2013 | 14:49
zdi | Zukunft durch Innovation

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