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Auch Mädchen mögen Informatik

Hannah und Ines (r.) programmieren ihre Spiele-App.

Hannah und Ines (r.) programmieren ihre Spiele-App.

Im abgedunkelten Seminarraum ist es so ruhig, dass man meinen könnte, es findet hier gerade eine Prüfung statt. 16 Jungs und Mädels sitzen im Fachbereich Informatik der Fachhochschule Dortmund konzentriert vor den Rechnern, jeder hat ein Handy vor sich liegen. Auf den Bildschirmen der PCs sind nur Zeichen und Befehle zu sehen, die nur Eingeweihten ihren Sinn eröffnen. Es handelt sich um Programmcodes.

Ines und Hannah sind die einzigen Mädchen im Kurs. Beide sind 18 Jahre alt und kennen sich von ihrem Gymnasium in Dortmund. Während Hannah schon seit ihrer Kindheit programmiert – ihr Vater arbeitet in diesem Metier – und an der Schule einen Informatik-LK belegt hat, ist Ines absoluter Neuling. “Ich habe noch nie Informatik gehabt und auch Mathe kann ich nicht besonders gut”, sagt die Schülerin. Um ihren Horizont zu erweitern, hat sie Freundin Hannah gefragt, ob sie bei dem Kurs mitmacht.

“Das ist wie eine kostenlose Weiterbildung”

Und die hat nicht lange überlegt, denn sie findet das Angebot des zdi-Netzwerks Perspektive Technik in Unna klasse: “Das ist ja wie eine kostenlose Weiterbildung.” Auch Ines ist begeistert von dem Angebot und den Dozenten: “Tipp, topp, einfach super.”

Über so ein Lob freut sich auch Kursleiter Daniel Hofberg. “Die Arbeit mit den Jugendlichen macht viel Spaß. Es ist gut, ihnen die Angst vor der Informatik zu nehmen, denn unser Fach ist total spannend.” Hofberg arbeitet schon länger an der FH und hat den Kurs vor drei Jahren mit konzipiert. In Abstimmung mit der Materna GmbH, die einen Tag nach dem Besuch in der Hochschule auf dem Programm steht, gibt er zuerst eine Einführung in die App-Programmierung und lässt die Jugendlichen ein erstes kleine Spiel erstellen. “Materna nutzt dieselbe Entwicklungsumgebung, sodass die Kids hier die Basis erarbeiten und bei Materna direkt einsteigen können”, sagt Hofberg.

Zuhause weiter arbeiten

Dass Ines und Hannah die einzigen Mädchen im Kurs sind, stört sie nicht. “In der Schule waren wir sehr wenig Mädchen in Informatik”, sagt Hannah. Sie ist sicher, dass auch viele Mädchen mehr Spaß an dem Fach hätten, wenn “die Gesellschaft uns nicht vermitteln würde, dass dieses Fach nur für Jungs etwas ist”. Den Beweis liefert sie gleich mit, denn sie und Ines sind schon sehr weit mit ihrer App.

Das Spiel, das sie programmieren, heißt Break Out. Das Prinzip: Ein Ball muss mit Hilfe eines beweglichen Balkens unten im Spielfeld im Feld gehalten werden. Fällt er unten herunter, hat man verloren. Die Mädchen sind sich einig: Das hier ist nur der Anfang. “Wir arbeiten mit Programme, die wir auch zuhause weiternutzen können”, sagt Hannah. Wobei Ines, die vielleicht später einmal Kunst studieren möchte, sich dann lieber um die grafische Umsetzung als um die Programmierung kümmern möchte.

10. Juli, 2015 | 14:35
zdi | Zukunft durch Innovation

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