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Impulse für Ausbilder: Berufe müssen begreifbar sein

Am 28. November fand das Netzwerktreffen für Partnerunternehmen des zdi-Zentrums BeST in Kooperation mit der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft statt. Zweimal im Jahr lädt das zdi-Zentrum aus Wuppertal zu diesem Treffen. Dieses Mal trafen sich alle Teilnehmer im Deutschen Werkzeugmuseum in Remscheid.

Felicia Ullrich stellt die aktuelle Azubi-Recruiting Studie Unternehmerinnen und Unternehmern des Bergischen Städtedreiecks vor.

Aktuelle Studie zum Azubi-Recruiting betont Bedeutung von Praktika in der Schulzeit

Zu jedem Netzwerktreffen bietet das zdi-Zentrum BeSt einen Impulsvortrag zum Thema Fachkräftenachwuchs, ein wichtiges Anliegen im Bergischen Städtedreieck. Im  Bergischen Städtedreieck  sind viele Unternehmen aus der metallverarbeitenden Industrie, dem Maschinenbau  und Automotive ansässig.

Bei diesem Treffen  stellte Referentin Felicia Ullrich vom U-Form Verlag in Solingen eine aktuelle Studie zum Azubi-Recruiting vor. 2635 junge Leute und 903 Ausbilder beteiligten sich an der Studie. Erkenntnis Nr. 1: „77 Prozent der Jugendlichen fanden ein positives Wort für ihre Ausbilder, nur 33 Prozent der Ausbilder ein positives Wort für die Jugendlichen.“

Unternehmen sind oft genervt vom niedrigen Niveau ihrer Lehrlinge. Die Referentin mahnte indes: „Wir haben nur diese Generation und müssen sie nehmen, wie sie ist.“ Jugendliche wünschten sich Sinn. „Wir müssen Berufe begreifbar machen“, forderte Ullrich. Ihr Lieblingsbeispiel ist der Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. „Wie weiß ein Jugendlicher, ob gerade dieser Beruf zu ihm passt?“

Praktika während der Schulzeit seien enorm wichtig. Ullrich verwies darauf, dass die Entscheidung für einen Ausbildungsplatz deutlich eher falle als für ein Uni-Studium – und zwar zu einem Zeitpunkt, in dem die Orientierung oft aufgrund des Alters noch fehle.

Anforderungen der Ausbilder sollten der heutigen Generation angepasst werden

Warum muss ein Fachinformatiker eine gute Note in Deutsch mitbringen? Das schreckt einen IT-Nerd doch direkt ab. „48 Prozent der Bewerber gehen Ihnen verloren, weil Sie die Messlatte zu hoch hängen“, kritisierte Ullrich und folgerte: „Gehen Sie weg von Anforderungen, bieten Sie Orientierung.“ Bei Vorstellungsgesprächen sei es außerdem dumm, oberschlaue Fragen zu stellen, wie: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Es komme ebenso wenig beim Nachwuchs an, wenn sich Unternehmen vor Bewerbern selbst beweihräuchern: „Damit gewinnen Sie nichts.“

Bei den Kanälen, über die Jugendliche heute erreicht werden, steht nach der aktuellen Studie die allgemeine Online-Suche (59,9 %) oben an, gefolgt von der Karriereseite der Firma im Internet (54,8 %), Jobbörse der Arbeitsagentur (40,9 %), Berufsmessen (35,6 %) und Social Media (22,7 %).

Den Vorwurf der Lustlosigkeit vieler Bewerber, die nicht zum Vorstellungsgespräch erschienen, konterte Ullrich: „Über die Hälfte der Unternehmen schaffen es ja auch nicht, Absagen rauszuschicken.“ In dieser Hinsicht müssten Firmen aber Vorbild sein. Auch in einer anderen Hinsicht ging sie hart ins Gericht. Beim Ausbilden gelte oft: „Nicht gemeckert ist schon gelobt.“ Mit Sprüchen wie „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ erreiche man heute keine Jugendlichen mehr. Denn, so strich Ullrich heraus: „Wer heute seine Ausbildung beginnt, hat ca. 10 000 Stunden Games gespielt. Der kommt aus der Welt der virtuellen Erfolge in die reale Lehrwelt.“

Full Service für Partnerunternehmen von zdi-BeST

Etwa 25 Unternehmen engagieren sich mit Angeboten beim Schul-Technikum Best in Wuppertal. Die Netzwerktreffen dienen dem Austausch und der Akquisition neuer Partnerunternehmen, die sich mit Angeboten für Schülerinnen und Schüler im Schul-Technikum BeST engagieren möchten.  zdi-BeST bietet allen Partnerunternehmen Full Service. Das BeST-Team erledigt jegliche Art von administrativen Aufgaben, organisiert die Ab- und Anfahrt der Schülerinnen und Schüler oder übernimmt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

4. Dezember, 2017 | 13:25
zdi | Zukunft durch Innovation

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