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Agententhriller trifft Unternehmensfilm – BINGO Filmfest Bielefeld

Imke Rademacher vom zdi-Zentrum experiMINT Bielefeld und Herford, eröffnet das BINGO-Filmfest 2014.

Beunruhigt blickt die junge Schülerin in den Spiegel – ein Pickel! Der muss dringend kaschiert werden. Die Freundin bemüht die Suchmaschine und wird fündig: “Hier in der Nähe gibt es eine Kaschieranlage!”, triumphiert sie. “Entfernung nur 500 Meter!” Geradewegs machen sich die beiden auf zur Firma Hymmen in Bielefeld. Dass man allerdings mit Kaschieranlagen keine Pickel abdecken kann, erfahren sie dort schnell. Statt kosmetischer Korrekturen lassen sie sich von zwei Azubis über den Maschinen- und Anlagenbau aufklären. Das Thema Hautunreinheiten greift auch noch ein weiterer BINGO-Film im Verlauf des gleichnamigen Filmfests 2014 auf. In “BINGO und die Schokoladenfabrik” verspricht Produktionsleiter Thomas Bitter vollmundig: “Schokolade macht keine Pickel. Solange man auf eine ausgewogene Ernährung achtet ­– und natürlich nur Weinrich Schokolade isst.”

Schülerinfo und Unternehmensporträt

Im Lichtwerk-Kino Bielefeld amüsierten sich die Zuschauer sehr über die einfallsreichen Filme. Kein Kinosessel blieb leer beim diesjährigen BINGO-Filmfest. Gezeigt wurden insgesamt 14 Kurzfilme aus den letzten zwei Jahren. Die beiden besten wurden von einer Jury ausgezeichnet, zwei weitere vom Publikum prämiert. Aus den Augen von Schülerinnen und Schülern beleuchten die BINGO-Kurzfilme den Ingenieurberuf und Firmen, in denen Ingenieure arbeiten. Elf Unternehmen, angefragt vom zdi-Zentrum experiMINT Bielefeld und Herford, erklärten sich 2013/14 zu den Dreharbeiten bereit. In einem Vorbereitungsworkshop des Filmhauses Bielefeld lernten neun Jungfilmer-Teams alles Wissenswerte rund ums Filmemachen: Wie man eine Kamera führt, das Drehteam sinnvoll einteilt und einen Plot entwickelt. Die Drehbücher selbst erarbeiteten sie gemeinsam mit den Unternehmen. Beim Drehen und Schneiden stand außerdem jedem Schulteam ein Teamer vom Filmhaus zur Seite.

 

150 Schüler, 9 Unternehmen

Wichtigste und zugleich anspruchsvolle Aufgabe der Teams war es, in den Filmen das Spannende am Ingenieurberuf heraus zu finden. Um das umzusetzen, war besonders das Genre des Agentenfilms beliebt. Gleich mehrere Schülergruppen machten sich mit dunklen Sonnenbrillen und mysteriösen Aktenkoffern daran, den Unternehmen ihre Geheimnisse zu entlocken. Ein Imagefilm mit Tarantino-Anleihen? Die mediale Versiertheit der jungen Schülerinnen und Schüler war den Filmen deutlich anzusehen. Die Teilnehmer waren dabei in ihren Filmen Darsteller, Drehbuchschreiber und Regisseure zugleich. Doch ab und an liefen ihnen darstellerisch die Mitarbeiter der Unternehmen den Rang ab. So wie im Fall des knorrigen Harting-Mitarbeiters “Herr Mauer”. Er musste sich als überzeugter “Analoger” erst einmal von der neumodischen Wasserwaagen-App überzeugen lassen. Diesem “neumodischen Krams”. (Film hier anschauen) Das gelang auf sehr humorvolle und schauspielerisch überzeugende Weise.

Überzeugende Qualität

Genau diese schauspielerische Leistung, kombiniert mit fundierter Information, hob Juror Frank Remmert (WDR Bielefeld) in seiner Laudatio hervor. Bevor er den Film “Elektroniker für Geräte und Systeme bei Harting” des Gymnasiums Rahden aber als Sieger ehrte, betonte er noch einmal: “Gewonnen hat jeder. Wir als Jury sind von der hohen Qualität der eingereichten Filme beeindruckt.” Das Siegerteam, eine reine Mädchengruppe, erwartet eine WDR-Besichtigung in Köln inklusive Mittagessen und Dombesteigung. Für ihren Imagefilm “Die Geschenkverpackung” über den Verpackungsanlagenbauer Bobst gewann die Gruppe des Max-Planck-Gymnasiums Bielefeld den zweiten Preis. Die Jury bestand neben Frank Remmert vom WDR aus Thomas Klöpping (Siemens) und Alexander Ellendt (Vogelsänger GmbH ). Auch das Publikum durfte einen Favoriten wählen und ehrte gleich zwei BINGO-Filme: Die 6. Klasse der Martin-Niemöller-Gesamtschule Bielefeld (Film “BINGO und die Schokoladenfabrik“) und das Team der Realschule Schloss Varenholz (Film über die Firma BOGE) dürfen beide noch einen Tag im Filmhaus Bielefeld verbringen. Zusammen mit einem Teamer ihrer Wahl können sie ihr erstes Filmprojekt weiter ausbauen.

Vom Film zum Job

Kleine Give-Aways der Firmen und ein Zertifikat für die Berufswahlmappe gab es zum Abschluss für alle Teilnehmenden. Die Resonanz von Schülern und Unternehmen war gleichermaßen begeistert. Für einige Teilnehmer, wie Schüler Luca, gab der BINGO-Film sogar den Anstoß, eine Ausbildung zum IT-Kaufmann zu machen. Das BINGO-Filmprojekt ist für beide Seiten, Schüler und Unternehmen, eine einmalige Gelegenheit, sich ungezwungen kennen zu lernen. Schüler erfahren von Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten, von denen sie vorher nicht wussten. Und Unternehmen können sich potentiellen neuen Mitarbeitern präsentieren und ihnen attraktive Arbeitsmöglichkeiten aufzeigen. Die Imagefilme stehen Schulen und Unternehmen gleichermaßen zur Verfügung.

Alle BINGO-Filme sind zu finden auf dem BINGO-Youtube-Kanal.

24. November, 2014 | 15:57
Autorin: mwi
zdi | Zukunft durch Innovation

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