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7. Bochumer Ingenieurforum BO.Ing

 Wibke (18) vor dem Bohrhammer der Geothermie in Bochum.

Wibke (18) vor dem Bohrhammer der Geothermie in Bochum.

Während die anderen BO.Ing-Teilnehmer in der Bluebox der Hochschule Bochum tüfteln, betrachtet Wibke draußen auf dem Campus einen riesigen Bohrer. Der steckt hinter der Mensa im Boden. Ungefähr zehn Meter tief hat er sich beim Internationalen Geothermiezentrum (GBZ) in die Erde gebohrt.

Ein Kraftwerk unter unseren Füßen

Mit solchen Bohrungen forschen Holger Born und sein Team an Erdwärme, auch Geothermie genannt. “Denn unsere Erde ist eine einzige heiße Kugel”, erklärt der Mitarbeiter des GBZ den Oberstufenschülerinnen und –schülern um ihn herum. “Die ganze Zeit strömt Wärme aus dem Erdinneren an die Oberfläche. Wir vom Geothermiezentrum wollen wissen, wie man diese abströmende Wärme nutzbar machen kann.” So wie auf Island: 90 Prozent der Haushalte auf der kleinen Insel werden mit Erdwärme versorgt. “Wie kommt die Wärme aus dem Boden?” lautet folgerichtig der Titel von Borns Workshop beim Bochumer Ingenieurforum BO.Ing. Zu den Teilnehmern gehört auch Wibke. Von ihrem Physik-LK interessiert sie sich als Einzige für diese Form der erneuerbaren Energie. “Mit Geothermie kenne ich mich schon etwas aus”, erklärt die angehende Abiturientin. “Im Differenzierungskurs Elektronik habe ich eine Hausarbeit darüber geschrieben. Jetzt wollte ich mich hier einmal umschauen, ob das nicht was für ein Studium ist.”

Wärme aus dem Boden

“Wenn ihr euch für unseren Master in Geothermie interessiert, müsst ihr vorher Maschinenbau oder Bauingenieurwesen im Bachelor studieren”, erläutert Holger Born. Denn ohne ingenieur-wissenschaftliches Know-How kann man die Wärme nicht aus dem Boden holen. Mithilfe einer Wärmepumpe wird Wasser in die Bohrschächte im Untergrund geleitet. Das Wasser nimmt die Erdwärme auf und wird oberirdisch zum Heizen oder für die Stromerzeugung genutzt. Holger Borns Arbeitsplatz zum Beispiel wird komplett durch Erdwärme beheizt. “Im Ruhrgebiet ist der Sandsteinboden gut für Geothermie geeignet”, ergänzt er.

Über 200 Schülerinnen und Schüler

In Borns Workshop lernen die Schüler Bedingungen für Erdwärmenutzung kennen, messen die Leitfähigkeit unterschiedlicher Böden und stemmen den Bohraufsatz eines Bohrhammers (schlanke 25 kg). Doch nicht nur die Geothermie konnten die Teilnehmer bei BO.Ing erforschen. Rund 20 Workshops informierten über naturwissenschaftlich-technische Fächer wie Mechatronik, Elektrotechnik, Geoinformatik und Biotechnologie. Neben RUB und Hochschule Bochum beteiligten sich auch die TU Dortmund, die Uni Duisburg-Essen und die THF Georg Agricola am Bochumer Ingenieurforum. Mehr als 200 Oberstufenschülerinnen und -Schüler von 15 bis 19 Jahren kamen. “Wir hatten so viele Anmeldungen, dass ich leider sogar zwei Gruppen absagen musste”, beschreibt Raphaela Meißner vom zdi-Netzwerk IST.Bochum den Andrang. Das Bochumer zdi-Netzwerk hatte das siebte Forum erneut organisiert. Für Wibke beinhaltete der Geothermie-Workshop zwar erst einmal nicht viel Neues. “Aber es hat mir einen guten Einblick in die Anwendungsgebiete und das Studium verschafft.” Damit steigt sie von den Stufen des Riesenbohrers und folgt ihren Mitschülern. Nächster Programmpunkt: Mensa!

15. Januar, 2015 | 16:36
Autorin: mwi
zdi | Zukunft durch Innovation

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