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Bunt geschüttelt: Lackherstellung im Ferienworkshop

Aus verschiedenen Grundfarben mixten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Nagellackfarbtöne.

Die benötigten Farbmengen mussten die Jugendlichen genau abgemessen.

Ein Klecks von Farbpaste Nummer 111, ein paar vorsichtige mit einer Pipette hinzugefügte Tröpfchen von Nummer 123, 125, 134 und eine Portion Klarlack – fertig ist die Basis für einen selbstgemachten Nagellack in mintgrün. Dieser muss nur noch verrührt, abgefüllt und dann kräftig geschüttelt werden. Von Grün, über Rot bis Rosa und Gold reichte die Farbpalette der Lacke, die die elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Osterferienworkshop „Da rostet nichts!“ des zdi-Netzwerks im Ennepe-Ruhr-Kreis selbst zusammengemischt haben.

Beim sogenannten Schultechnikum schnupperten die Jugendlichen in der Herdecker Firma Dörken MKS-System eine Woche lang in die Welt der Farben und Lacke – und das im wortwörtlichen Sinne. Der Geruch von frischer Farbe ist in den Werksräumen und Laboren des Kooperationsunternehmens des Workshops allgegenwärtig. Während des Ferienprogramms erfuhren die Schülerinnen und Schüler unter anderem, wie und woraus ein Lack entsteht, wozu Korrosionsschutz benötigt wird oder wie Galvanotechnik funktioniert. Vieles konnten sie selbst ausprobieren. Neben Nagellacken produzierten die Jugendlichen eigene Holzschutzfarbe, galvanisierten live ein Werkstück und besichtigten die Produktions- und Werkräume verschiedener Firmen rund um Dörken.

Von der Theorie zur Anwendung

„Das Arbeiten im Labor macht mir Spaß, Hauptsache etwas mit Farbe“, berichtet Jan, einer der Teilnehmer. Zuvor hatte der 16-Jährige bereits sein Schulpraktikum bei dem auf Farben und Lacke spezialisierten Unternehmen absolviert. Er kann sich vorstellen, auch später in diesem Bereich zu arbeiten. Andrea findet die Mischung aus Theorie und Praxis im Ferienprogramm genau richtig. „Ich hätte nicht damit gerechnet, wie viel Chemie in Lacken steckt und, dass wir in einer Woche so viel lernen und ausprobieren können“, erzählt die 14-Jährige. So auch zu unscheinbaren Details, beispielsweise dem metallischen Geräusch beim Schütteln des Nagellackfläschchens: Es entsteht durch eine kleine Kugel im Glasbehälter. Sie soll sicherstellen, dass sich die Farben gut vermischen.

Jugendlichen bei der Berufsorientierung helfen

Kunterbunte, nummerierte Grundfarben für die Nagellackherstellung.

Aus bunten, nummerierten Grundfarben lassen sich verschiedene Farbtöne mischen.

Mit viel Begeisterung begleitete Diplom-Ingenieur Tobias Kleyer die Teilnehmenden durch die Woche. Vor über fünf Jahren hatte er die Idee zu den Kursen im Betrieb. „Ich weiß noch aus meiner eigenen Schulzeit, dass es zu wenige Möglichkeiten gab, Berufe vor einer Entscheidung für eine Ausbildung kennenzulernen“, beschreibt der heutige Projektleiter seine Motivation. Die Kurse sollen das ändern.

Während des Schultechnikums können die Teilnehmenden nicht nur experimentieren und ausprobieren, sondern bekommen auch eine erste Idee, welche Tätigkeiten und Berufe im Betrieb benötigt werden. Einblicke in den Ausbildungsalltag vermitteln zudem Gespräche mit Auszubildenden. In lockerer Runde können die Schülerinnen und Schüler beim Pizzaessen Fragen stellen. Finden Jugendliche die Tätigkeiten spannend und wollen sie sich noch konkreter über die Ausbildungen im Unternehmen informieren, können sie im Herbst eine Folgeprojektwoche besuchen. In dieser stehen dann Ausbildungsberufe im Unternehmen im Mittelpunkt, beispielsweise die Berufe

Laura und Geraldine stellten viele unterschiedliche Nagellackfarben her - und probierten sie direkt aus.

Laura und Geraldine stellten viele unterschiedliche Nagellackfarben her – und probierten sie direkt aus.

Verfahrensmechaniker/in für Beschichtungstechnik oder Oberflächenbeschichter/in. „Zeitlich passt das für die Jugendlichen sehr gut zum Beginn der Bewerbungsphase“, so Kleyer.

Dass das Konzept erfolgreich ist, zeigt nicht nur die Begeisterung der Jugendlichen, mit der sie bei der Lackproduktion im Workshop eigene Farben mischen: „Mittlerweile arbeiten die ersten Auszubildenden bei uns, die unser Unternehmen und ihren Wunschberuf durch unsere Projektwochen gefunden haben“, freut sich Kleyer.

1. April, 2016 | 11:32
zdi | Zukunft durch Innovation

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