Startseite » Aktionen » Algen auf deiner Haut – Mädchenkurs Naturkosmetik

Algen auf deiner Haut – Mädchenkurs Naturkosmetik

“Die beste Kosmetik produziert die Haut selbst”, erklärt Martina Grams den Mädchen vor ihr. Hinter der Kosmetikberaterin reihen sich Tuben, Tiegel und Fläschchen aneinander, neben ihr steht ein großer weißer Apparat. “Daher ist es wichtig, bei der Herstellung von Kosmetik nah an hauteigenen Stoffen zu bleiben”, fährt sie fort.

Mineralöl und Silikone – Gift für die Haut

Zehn Teilnehmerinnen erfuhren während der zdi-Mädchenwochen bei der Firma KOKO in Leichlingen alles Wissenswerte rund um hautverträgliche Kosmetik und deren Produktion. Da der erste Kurs sofort ausgebucht war, organisierte das zuständige zdi-Netzwerk cLEVer aus Leverkusen eine Woche später noch einen Zusatzkurs. Hier fragt Martina Grams nun in die Runde: “Was ist der Nachteil an Silikonen und Mineralölen in Cremes?” – “Sie verkleben die Haut wie eine Gummischicht”, antwortet Hannah (15) prompt. Zusammen mit ihrer Schwester Lena ist sie aus Leverkusen gekommen. Hannah stellt sich oder vielmehr ihre Haut dann auch freiwillig zur Verfügung. Mit Hilfe des weißen Apparats wird ihre Haut in 80-facher Vergrößerung an die Wand projiziert. Das sorgt für Gekicher bei den Mädchen. So eine Haut sieht in hoher Auflösung auch wirklich eigenartig aus.

Individuelle Pflege gegen Allergien

Anhand der Vergrößerung erklärt Martina Grams Eigenschaften und Besonderheiten der Haut. Gemeinsam ermitteln die vier Probandinnen ihre eigene Hautbeschaffenheit. Ob hell, dunkel, Sommersprossen oder Leberflecken. Anschließend mischen sie sich auf dieser Grundlage selbst eine individuelle Pflegecreme sowie ein eigenes Make-Up zusammen. Dabei verwenden sie ausschließlich hauteigene, naturidentische Stoffe und Öle. Denn, so weiß Zoe (15): “Duftstoffe und Konservierungsstoffe lösen am häufigsten Allergien aus.”

Immer mehr Menschen leiden an Hauterkrankungen. Grund dafür ist meist nicht mangelnde, sondern zu starke Pflege sowie aggressive Pflegeprodukte, die die Haut austrocknen. Um das zu veranschaulichen, machen die Mädchen einen einfachen Test. Sie waschen eine Hand mit einem handelsüblichen Spülmittel, die andere behandeln sie mit einer natürlichen Seife. Der Spülihand wird dabei deutlich mehr Wasser entzogen als der anderen Hand. “Das nennt man transepidermalen Wasserverlust”, erläutert Martina Grams. Infolgedessen spannt die Haut, schlimmstenfalls brennt und juckt sie.

Von links nach rechts: Lena, Zoe, Jade und Hannah nehmen stolz die selbst hergestellten Pflegeprodukte mit nach Hause.

Unternehmensführung und Ausbildungsmöglichkeiten

Von der Idee bis zur fertigen Salbe produziert die Firma KOKO alles selbst. Auf ihrer Führung durch das Unternehmen können die Mädchen auch in die Produktionshalle schauen. Das findet Zoe am Beeindruckendsten. Was die Mädchen in klein für sich selbst gemacht haben, geschieht dort in großem Stil. “Da werden die Cremes in riesigen Produktionskesseln angerührt”, berichtet Zoe fasziniert.

Noch denken die Mädchen nicht über eine Ausbildung nach, sie sind in der 8. und 9. Klasse. Dennoch informiert Martina Grams sie auch über die Ausbildungsmöglichkeiten im Betrieb. “Wir bieten auch Schülerpraktika an, wer weiß, vielleicht kommt ja eines der Mädchen noch einmal auf uns zu”, sagt sie und führt die Truppe zur letzten Station. Dem Kosmetiksalon.

Algen und Meergeruch

Unter viel Gelächter probieren die Mädchen hier noch eine Algenmaske aus. Die grüne Masse verbreitet einen Geruch nach Meer und Seetang. “Ein Naturprodukt hat schließlich auch einen natürlichen Geruch”, so Martina Grams’ lapidare Einschätzung. Die Mädchen haben ihren Spaß und gehen nun bewusster an die Töpfe und Tiegelchen daheim: “Ich schaue mir jetzt auf jeden Fall genau an, was in den Pflegeprodukten drin ist”, erklärt Hannah und packt zufrieden ihre Creme und das persönliche Make-Up in die Tasche.

Der erfolgreich durchgeführte Kurs ist Teil der zdi-Mädchenwochen. Fünf Wochen dreht sich bei zdi alles rund um die MINT-Mädchen. Die ausschließlich weiblichen Teilnehmerinnen erfahren, wie vielseitig MINT-Berufe und technische Berufsfelder sind. Die Mädchen in Leichlingen konnten so entdecken, wie viel spannende chemische Prozesse in Naturkosmetik stecken.

9. April, 2015 | 16:31
Autor: mwi
zdi | Zukunft durch Innovation

zdi | Zukunft durch Innovation