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Girl’s Day mit zdi

Jedes Jahr bietet der Girls’ Day Mädchen und jungen Frauen die Chance, MINT-Berufe und “klassische Männerdomänen” für sich zu entdecken. Denn gerade hier gibt es viele chancenreiche Berufsfelder, in denen junge Frauen noch häufig unterrepräsentiert sind. Dabei sind talentierte weibliche Nachwuchskräfte hoch willkommen und stark nachgefragt. Um auch die Jungs an diesem bundesweiten Aktionstag nicht zu vernachlässigen, findet am Girls’ Day auch immer der Boys’ Day statt. Auch zdi als Gemeinschaftsoffensive für den MINT-Nachwuchs hat sich der weiblichen wie männlichen Nachwuchsförderung verschrieben. Natürlich haben die zdi-Netzwerke und zdi-Schülerlabore daher wieder einige Aktionen zum diesjährigen Mädchen-Zukunftstag und Boys’ Day umgesetzt:

 

Aachen

Einen Ausflug in die App-Programmierung unternahmen junge IT-lerinnen im Aachener zdi-Schülerlabor InfoSphere. 11 Siebtklässlerinnen aus dem Raum Aachen entwickelten mit viel Kreativität und Leidenschaft eigene Apps für Android-Smartphones. Diese konnten sie am Ende des Workshops sogar mit nach Hause nehmen, um sie Eltern, Geschwistern und Freunden stolz auf dem eigenen Smartphone zeigen zu können. Ein Spaziergang durch die Welt der Informatik an der RWTH Aachen gab den Mädchen einen Einblick in die verschiedenen Facetten des Lehrstuhls, von der theoretischen Informatik bis hin zu autonomen Modellfahrzeugen, die ohne menschliche Steuerung über eine Straße fahren können. Highlight des Tages war ein Einblick in die Cave, eine 5x5m2 große Box mit umrandeter Projektionsfläche zur Simulation einer dreidimensionalen virtuellen Realität, seinerseits die größte Cave der Welt. Mit Hilfe von 24 Projektoren und Rechnern sowie einer speziellen Shutter-Brille bot sich den Schülerinnen eine einmalige 360° Ansicht und Navigation in virtueller Umgebung.

 

Bochum

Beim Löten.

Beim Löten.

Hochschule Bochum

Die Hochschule Bochum nimmt schon seit Jahren am Girls’ Day teil. Diesmal haben 82 Schülerinnen gelernt, wie Elemente des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und der Informatik in mobilen Robotern vereint werden. Hierfür dienten das EV3-System von LEGO® MINDSTORMS® Education und der humanoide Roboter NAO. Auch konnten sich in diesem Jahr die Mädchen wieder auf das “Herzen-Löten” freuen. “Das Löten von Herzen hat sich über die Jahre zu einem Dauerbrenner entwickelt”, sagte Dipl.-Ing. André Nieland, Laborleiter des zentralen Elektroniklabors. Neu in diesem Jahr waren die Mechanische Werkstatt, welche derzeit 10 KIA-Lehrlinge zu Industriemechanikerinnen ausbildet, das Labor für Automatisierungstechnik und Robotik und das TECLab Architektur. Andrea Brenner, Koordinatorin des Girls’Day 2015, ist vom Konzept überzeugt: “Mädchen erfahren am Girls’Day mehr über ihre Perspektiven in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften. Sie erleben die Arbeitswelt in technischen Berufen und lernen weibliche Vorbilder – auch Frauen in Führungspositionen – kennen.”

Agentur für Arbeit, TÜV NORD Bildung Opel GmbH und zdi-Netzwerk

Lara und Sude (r.) mit ihren Windrädern.

Lara und Sude (r.) mit ihren Windrädern.

Gemeinsam mit dem zdi-Netzwerk IST.Bochum  und der TÜV NORD Bildung Opel GmbH konnte die Agentur für Arbeit in Bochum 29 Schülerinnen in die Welt der MINT-Fächer entführen. Drei Workshops haben die Mädchen an dem Tag besucht: Auf dem Programm standen 3D-Druck, Windrad-Bau und Medizintechnik. Mit dem Drucker und der entsprechenden Software konnten die jungen Damen Schmuck und andere Gegenstände aus Plastik drucken. Der Fantasie waren kaum Grenzen gesetzt. Dies sprach vor allem diejenigen an, die später gerne in Design-Berufen arbeiten wollen. In einem anderen Workshop stellten die Mädchen eine Steuerung für eine automatische Dosierspritze her. Diese wird in der Medinzin eingesetzt, um Patienten millilitergenau Medikamente zu verabreichen. Im dritten Workshop konnten die Mädchen Windräder selbst bauen. Dazu waren Präzision und ein klein wenig handwerkliches Geschick gefragt. Am Ende des Tages waren sich Lara (14) und Sude (12) einig: Das Windrad zu bauen, hat am meisten Spaß gemacht.

 

Bonn

Strom aus der Zitrone.

Strom aus der Zitrone.

Strom aus einer Zitrone oder ein selbstgebauter Toaster – die Teilnehmerinnen in Bonn konnten am Physikalischen Institut Berufsperspektiven als Physikerinnen testen. Ob beim Stimmen eines selbstgebauten Monochords per Handy-App oder bei der Arbeit am Rechner, um Daten von Teilchenkollisionen auszuwerten: In jedem Workshop gab es einiges zu entdecken. “Am besten hat mir gefallen, dass wir selbst einen Toaster gebaut haben und der Toast auch braun wurde”, so eine begeisterte Teilnehmerin.

Ein selbstgebauter Toaster.

Ein selbstgebauter Toaster.

In einer Teilchenphysik-Masterclass lernten die Mädchen die theoretischen Grundlagen der Elementarteilchenphysik kennen und erfuhren,  wie Physiker Teilchen an Beschleunigern erzeugen und diese Teilchen mit Hilfe von komplexen Detektoren  nachweisen und untersuchen können. Anschließend durften die Schülerinnen selber Daten von Teilchenkollisionen am Large Hadron Collider (LHC) am CERN in Genf untersuchen und in diesen Daten nach dem Higgs-Boson fahnden.

 

Dortmund

Fachhochschule Dortmund

Zwei Workshops bot das Frauenprojektlabor FH Dortmundder Fachhochschule Dortmund am Girls’ Day an. Im Fachbereich Informations- und Elektrotechnik wurden die Mädchen zu Informatikerinnen und erlernten auf spielerische Art und Weise die Grundkonzepte der Programmierung. Im Kurs “JAVA-Programmierung leicht gemacht” schrieben sie Programme, mit deinen sie einen virtuellen Hamster durch eine Landschaft steuerten und ihm bestimmte Aufgaben auferlegten. Im zweiten Workshop des Gilrs’ Day bauten 17 Teilnehmerinnen in Teams einen LEGO-Roboter zusammen. Auch die passende Programmierung gehörte dazu, so dass der Roboter einer vorgegebenen Strecke folgen konnte. Unterstützt wurden die Schülerinnen von Studentinnen der technischen Fachbereiche, Informatik, Maschinenbau und Informations- und Elektrotechnik. Sie beantworteten den interessierten Schülerinnen Fragen rund rund ums Studieren an der Fachhochschule Dortmund und zu weiteren Angeboten im Frauenprojektlabor.

Technische Universität Dortmund

Die TU Dortmund bot in diesem Jahr ein vielseitiges Programm, sowohl für Mädchen als auch für Jungs. Mehr als 210 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten am Girls’ Day und Boys’ Day in Workshops, Rallyes und Vorträgen den Campus kennenlernen. Sie testeten Studienfächer und Ausbildungsberufe, die bisher vom anderen Geschlecht dominiert werden. So versuchten sich 114 Mädchen in Workshops der Bereiche Technik und Naturwissenschaften. Unter anderem führten die Schülerinnen Experimente im DLR_School_Lab durch. Sie stellten Mikrokapseln her, lernten ein Haptic Device kennen, ein Gerät, dass es ermöglicht, virtuell im Computer generierte Objekte zu ertasten und gingen auf Marsmission. Hier kämpften einige Mädchen mit den gleichen Schwierigkeiten, die auch die NASA bei der Mars-Erkundung durch den Rover Curiosity zu bewältigen hat: unbekanntes Terrain, Signal-Verzögerungen und Bildstörungen.

Mädchen im DLR_school_Lab in Dortmund

Mädchen experimentieren im DLR_school_Lab

Die Jungen dagegen lernten in den Rehabilitationswissenschaften eine Tastatur für sehbehinderte Menschen und weitere Hilfsmittel für Mobilitätbeeinträchtigte kennen. Im Institut für katholische Theologie versuchten sich andere Jungs darin, ihren Namen auf Hebräisch und Griechisch zu schreiben. “Gar nicht mal so einfach! Das sind ja ganz andere Schriftzeichen”, stellte ein Teilnehmer fest. Organisiert wurden beide Veranstaltungen vom Gleichstellungsbüro der TU Dortmund. Mitverantwortlich für den Erfolg der Veranstaltung waren außerdem rund 30 Auszubildende der TU Dortmund, die die Jugendlichen den gesamten Tag über begleiteten.

 

Minden-Lübbecke

Über 200 Mädchen erprobten MINT-Berufe beim Girls’ Day im Mühlenkreis. Das zdi-Zentrum Minden-Lübbecke hatte mehr als 20 Veranstaltungen organisiert. So durften beim Wasser- und Schifffahrtsamt Minden fünf Mädchen den ganzen Tag als Vermessungstechnikerinnen verbringen. Beim Unternehmen ABB Automation Products GmbH in Minden erprobten die “Girls” technische Übungen in der Ausbildungswerkstatt. Und das Verbundunternehmen L. Lingemann Stahlgroßhandel GmbH und Stahlkontor GmbH in Bad Oeynhausen empfing unter dem Motto “Girls for Girls”: Hier führten Mitarbeiterinnen und Azubinen die Mädchen in die Welt des Stahls ein. Informatikkauffrau Kimberly Ebert: “Der Girls’Day hat sich für uns sehr gelohnt. Alle 23 Teilnehmerinnen waren interessiert, haben sich eingebracht und viele Fragen gestellt. Sie durften das Hochregallager bedienen und mittels Laser einen eigenen Schlüsselanhänger herstellen.” Für eine Ausbildung bei der Masa GmbH interessierten sich Teilnehmerinnen in Porta Westfalica. Masa produziert große Maschinen für die Baustoffindustrie. Die zehn- bis vierzehnjährigen Teilnehmerinnen lernten hier die Ausbildungsberufe Industriemechanikerin, Konstruktionsmechanikerin und Technische Produktdesignerin kennen.

 

Münster

Unter dem Motto “Holz kann ich gut riechen” schnupperten Teilnehmerinnen in Münster in eine Tischlerei. Zwischen Sägespänen und Holzbalken lernten sie alles rund ums Handwerk des Tischlern kennen. Das zdi-Zentrum m³ hatte den Kurs gemeinsam mit der Handwerkskammer Münster organisiert. Einen eigenen Ring konnten Mädchen dagegen in der Feinmechanischen Werkstatt am Physikalischen Institut der WWU Münster anfertigen. Insgesamt hatte das zdi-Zentrum 27 Kurse für den Girls’ Day organisiert. Rund 270 Mädchen nahmen an den unterschiedlichen Angeboten teil. Bei ihnen stand ebenso Gärtnern im Botanischen Garten auf dem Plan wie Architektur oder Elektrotechnik an der Fachhochschule Münster.

30. April, 2015 | 11:14
Autor: zdi/mwi
zdi | Zukunft durch Innovation

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