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Grundschüler bauen Solar-Autos

“Müssen wir in die Pause oder dürfen wir weiterarbeiten?”, fragen die Drittklässler der Sonnenschule aus Bochum, als die Mitarbeiter der Sternwarte Bochum sie zum Mittagessen schicken wollen. So eine Frage kommt im Schulalltag wohl selten vor. Umso mehr freuen sich also Thilo Elsner von der Sternwarte und seine Kollegen, dass die Arbeit an den solarbetriebenen Elektromobilen den Kindern Spaß macht und sie gar keine Pause brauchen.

Dabei hat der Ferientag relativ früh begonnen: Ab 9.30 Uhr trudelten die 60 Schülerinnen und Schüler im Radom der Sternwarte Bochum ein. Nach einer Begrüßung wurden sie in die Gruppen eingeteilt: 41 bauten in zwei Gruppen einen Strandbuggy, 19 ein motorbetriebenes E-Mobil. Ermöglicht wird dieses Projekt durch die Unterstützung der Stadtwerke Bochum, die die EnergieAkademie mobil mit 25.000 Euro sponsern.

Unter den Schülerinnen ist auch Marie. Die Drittklässlerin hat noch nie ein solches Auto gebaut. “Ich bin gespannt, ob alles klappt.”

Material zusammensuchen

Marie und Lehrer Kai Brandt bauen den Rahmen.

Marie und Lehrer Kai Brandt bauen den Rahmen.

Zuerst schaut sich Marie die Materialliste an: Sie sucht die richtigen Schrauben und Muttern zusammen, nimmt sich Räder, eine Solarzelle und einen vorgefertigten Plastiksitz. Zudem erhält sie von Techniklehrer Kai Brandt von der Heinrich-von-Kleist-Schule, an der das zdi-Netzwerk IST.Bochum sitzt, noch zwei Lochstäbe und einen runden Stab aus Plastik. Diese muss sie später auf die richtige Länge kürzen und die nötigen Einzelteile herstellen.

Auch die anderen Kinder bereiten ihre Utensilien vor. Einige stehen schon an den Geräte, um die Einzelteile zu fertigen. Sie schneiden die Lochstäbe und Plastikstäbe, um daraus später den Rahmen des Autos zu bauen. Die Solarzelle müssen sie nicht mehr zusammensetzen; das haben die Mitarbeiter der Sternwarte und des IST.Bochum schon vorbereitet.

 

 

 Erste Erfolge: Das Lenkrad ist montiert

“Geschafft”, sagt Marie, “das Lenkrad ist dran.” Über diesen ersten Erfolg freuen sich nach und nach alle Kinder. Kai Brandt erklärt: “Gerade die Montage des Lenkers ist schwierig, weil die Kinder feinmotorisch arbeiten müssen.” Viele der Dritt- und Viertklässler arbeiten zum ersten Mal mit Schraubendreher und Schraubenschlüssel. Sie sind erstaunlich geschickt.

Zum Mittagessen gehen die Kleinen nur widerwillig. Nach kurzer Zeit kommen die ersten auch zurück und wollen weiterbauen. Auch Marie macht sich schnell an die Arbeit. “Jetzt weiß ich nicht weiter”, sagt sie und bittet die Betreuer um Hilfe. Die anderen schauen sich immer wieder das fertige Ausstellungsstück an, um zu vergleichen, wie ihr Mobil später aussehen soll.

 

So sieht das fertige Mobil aus. Die Schülerinnen und der Schüler schauen sich die Vorlage an.

So sieht das fertige Mobil aus. Die Schülerinnen und der Schüler schauen sich die Vorlage an.

 

Am Nachmittag werden die ersten Kinder fertig. Sie haben den Motor montiert und die Solarzelle mit dem Rahmen des Autos verbunden. Zum Schluss bauen sie die Räder an. Doch noch fährt keines der Autos. “Warum?”, fragen die Kinder. Die Antwort ist einfach: Erst müssen die Autos aufladen. Nur in der Sonne produziert die Solarzelle Strom, die im Akku gespeichert wird. Also stellen die Kinder die fertigen Autos schnell nah draußen in die Sonne.

Es dauert nicht lange, bis die ersten Akkus so weit aufgeladen sind, dass die den Getriebemotor antreiben können. Stolz lassen die Kinder auf dem Hof ihre Solarautos fahren. “Ganz toll”, finden sie. Auch Marie freut sich, als ihr Auto fertig ist. Nach fünf Stunden Arbeit fahren die Grundschüler nach Hause – das eigens gebaute E-Mobil tragen sie dabei vorsichtig in der Hand. Damit das gute Stück heil zuhause ankommt.

 

Video auf Youtube

Einen kurzen Eindruck vom dem Elektromobil gibt es in folgendem Youtube-Video:

16. April, 2014 | 13:40
zdi | Zukunft durch Innovation

zdi | Zukunft durch Innovation