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Handwerker bauen mit Jugendlichen Motoren

Die Schülerinnen und Schüler bauten einen Heißluftmotor.

Die Schülerinnen und Schüler bauten einen Heißluftmotor.

Man mag es kaum glauben, aber es gibt sie wirklich. Die Schüler, die bei über 30 Grad im Schatten in den Ferien freiwillig einen Physikkurs belegen. Eine Woche lang haben Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen 9 und 10 des Kopernikus Gymnasiums in Rheine in der Werkstatt der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf herum getüftelt. In einem Kooperationsprojekt zwischen dem Gymnasium und der Kreishandwerkschaft zur Förderung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) konnten die Schülern unter Anleitung unter Anleitung eines erfahrenen Ausbildungsmeisters eigene Heißluftmotoren bauen.

„Wenn wir von MINT-Förderung an unserer Schule sprechen, dann wünsche ich mir genau solche Projekte, die Schüler die erlernte Theorie durch praktische Erfahrung verstehen lässt. Von Feinmechanik bis hin zum Fräsen machen sie alles selbst, erleben es und können ihren selbst gebauten Motor sogar mit nach Hause nehmen. Solche Projekte brauchen wir!“, zeigte sich Physiklehrer Martin Czekalla begeistert über diesen Kurs. Gemeinsam mit Jens Bökenfeld von der Kreishandwerkerschaft hat er sich für die Realisierung dieses Ferienkurses eingesetzt. Die Teilnehmenden wissen diesen Einsatz zu schätzen.

 

“Auf das Studium vorbereiten”

„Der praktische Bezug ist cool und wir haben die Gelegenheit, das Rechnen endlich mal richtig anzuwenden. Das frühe Aufstehen in den Ferien fällt mir zwar schwer, aber ich interessiere mich für Physik und ich habe von diesem Kurs echt was…“, kommentiert Jannik seine Kursteilnahme. Auch Namilan reizt der praktische Bezug: „Die Chance zur Teilnahme an einem solchen Kurs erhält man nur selten. Das Gymnasium bietet Praxisunterricht gar nicht an. Die gesammelten, praktischen Erfahrungen können wir später mal anwenden. Darum möchte ich mich durch den Praxiskurs schon jetzt auf mein Ingenieurstudium vorbereiten.“

Für die Kreishandwerkerschaft haben solche Projekte eine grundlegende Bedeutung. „Diese Projekte sind inhaltlich super spannend für die Schüler. Und auch uns machen sie Spaß. Die Angebote bringen die Jugendlichen mit der Praxis in Berührung. So erkennen sie erst, welche Möglichkeiten in den technischen Berufen liegen. Daher sind diese Angebote sehr wichtig für unsere Zukunft.“, so Bökenfeld. Das MINT-Angebot der Kreishandwerkerschaft soll auf den Ibbenbürener Raum ausgeweitet werden, um auch dort gemeinsam mit Schulen neue Angebote anbieten zu können.

Am Ende des Praxiskurses in Steinfurt waren alle zufrieden mit dem Ergebnis.

Am Ende des Praxiskurses in Steinfurt waren alle zufrieden mit dem Ergebnis.

Einzigartige Kooperation

Der Kontakt zwischen Bökenfeld und Czekalla sowie die Planung des Projektes entstand auf dem regionalen Netzwerktreffen aller Partner des zdi-Zentrums Kreis Steinfurt im Juni 2013. Die Idee und die Räumlichkeiten für das Projekt waren da und dann ging es auch ganz schnell. „Herr Czekalla war sich sicher, seine Schüler für den Kurs begeistern zu können. Wir mussten die Plätze für den Ferienkurs schließlich sogar auslosen.“, sagte Bökenfeld. Das zdi-Zentrum ist zentraler Ansprechpartner und Koordinierungsstelle rund um das Thema MINT im Kreis Steinfurt. In Kooperation mit regionalen Partnern wie Schulen und Unternehmen sollen durch unterschiedlichste Aktivitäten langfristige MINT-Strukturen im Kreis Steinfurt geschaffen werden.

Das Angebot bzw. diese Kooperation ist bisher einzigartig. Es ist die erste Zusammenarbeit zwischen einem Gymnasium und der Kreishandwerkerschaft. „Wir haben ein MINT-Profil an unserem Gymnasium und verfügen an der Schule über eine sehr gute Ausstattung. Dadurch können wir im Unterricht nahezu alles experimentell umsetzen. An Gymnasien wird das Fach Technik allerdings nicht gelehrt. Darum sind wir als Gymnasium natürlich auf Kooperationen, wie die mit der Kreishandwerkerschaft, angewiesen, wenn unsere Schüler sich mit technischen Dingen auseinandersetzen sollen. Die Kreishandwerkerschaft hat das Fachpersonal, das unseren Schülern die Praxis vermitteln kann“, so Czekalla.

 

Ab 2014 soll das Angebot in den Unterricht integriert werden

Der Ferienkurs stellt nur die erste Stufe der Kooperation dar. Ab dem Frühjahr 2014 soll ein vergleichbarer Kurs mit außerschulischen Praxiseinheiten in den normalen Unterricht integriert werden. Auch über weitere Angebotsideen wie CNC-Fräskurse für den Physik- und Informatikkurs wurde schon nachgedacht.

Dieses Projekt wird im Rahmen der Studien-und Berufsorientierung als MINT-BO Maßnahme durch die Agentur für Arbeit gefördert. Die Beantragung und Begleitung solcher MINT-BO Projekte läuft über das zdi-Zentrum Kreis Steinfurt, das genau solche Angebote und Kooperationen aktiv fördern und mitgestalten möchte. Unternehmen und Schulen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, können sich an das zdi-Zentrum Kreis Steinfurt wenden: Sarah Schönfelder, Simone Linke und Christian Rapien, Tel. 02551/692700, post@westmbh.de.

16. Oktober, 2013 | 14:36
zdi | Zukunft durch Innovation

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