Startseite » Aktionen » Innovative Speicher für erneuerbare Energien

Innovative Speicher für erneuerbare Energien

Die Teilnehmer des Hammer Energiewettbewerbs im Technikum der Hochschule Hamm-Lippstadt. Im Vordergrund: Der Schwungradspeicher des Beisenkamp Gymnasiums, ein alter Fahrradreifen mit E-Bike-Motor.

Die Teilnehmer des Hammer Energiewettbewerbs im Technikum der Hochschule Hamm-Lippstadt. Im Vordergrund: Der Schwungradspeicher des Beisenkamp Gymnasiums, ein alter Fahrradreifen mit E-Bike-Motor.

Gluckernd und sprudelnd wird der alte Fahrradreifen in dem aufwändigen Gestell von einer Wasserpumpe angetrieben. Aufmerksam beobachten die Schüler der Gruppe “Die Charger” ihr Werk. Alles an ihrer Pumpspeicheranlage ist wiederverwertet: Das Gehäuse ist ein alter Lehrerschrank, die Regenrinne steuerte der Physiklehrer bei, die Pumpe stammt aus einem alten Golf 4 vom Schrottplatz. Doch wieviel Energie können die Schüler der Sophie-Scholl-Gesamtschule mit dem Aufbau zurück gewinnen? Immerhin drei Liter Wasser pumpen sie durch ihre Anlage, zweimal wird die Energie gemessen.

Ein Schrank und eine Regenrinne

Am Ende reicht es zwar nicht für den Hauptgewinn in der Kategorie “Wirkungsgrad”, dafür haben die Jungs mit ihrer Pumpspeicheranlage leider zu wenig Energie zurückgewonnen. Doch in der Kategorie “Nachhaltigkeit des Modells” stechen sie alle Konkurrenten aus. Sie belegen den dritten Platz des Hammer Energiewettbewerbs und gewinnen 200 Euro.

Das zdi-Zentrum Hamm hatte nach dem erfolgreichen Solarenergiewettbewerb vom letzten Jahr einen neuen Energiewettbewerb ausgelobt. Seit Januar tüftelten Schülerinnen und Schüler von fünf Hammer Schulen an Versuchsaufbauten, die als wieder aufladbare Energiespeicher funktionieren. Im Technikum der Hochschule Hamm-Lippstadt ging der Schulwettbewerb zum Thema Energiespeicherung dann ins Finale.

Dabei fiel vor allem auf, wie vielfältig die einzelnen Energiespeicher waren. Neben der Pumpspeicheranlage gab es unter anderem einen Gravitationsspeicher per Flaschenzug sowie einen Schwungradspeicher. Das Team der Konrad-Adenauer-Realschule erzielte dabei in der Kategorie “Wirkungsgrad” das beste Ergebnis: Mit Hilfe von Kondensatoren konnten sie mehr als 20% der vorher eingesetzten Energie speichern und wieder abgeben. Inspiriert wurden sie dabei von einem Standlicht am Fahrrad. Die Realschüler nahmen den Hauptpreis in Höhe von 500 Euro freudig entgegen.

Innovative Energiespeicher

Platz zwei in der Kategorie “Innovation” ging an den Physik-Leistungskurs des Beisenkamp-Gymnasiums: Die Jugendlichen bauten einen alten Fahrradreifen mit einem E-Bike-Motor zu einem Schwungradspeicher zusammen. Um noch mehr Energie zu gewinnen, statteten sie das Rad mit zusätzlichen Gewichten aus. So steckte richtig Schwung dahinter. Ihr Innovationsgeist wurde mit 200 Euro Preisgeld belohnt.

Doch auch die anderen beiden Teams der Realschule Bockum-Hövel und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums erhielten Anerkennungspreise für ihr Engagement.

Die Idee zum Wettbewerb kam aus den Reihen der Hochschule selbst. Prof. Dr. Olaf Goebel befasst sich fachlich mit der Erzeugung erneuerbarer Energien. Da im Rahmen regenerativer Energien die Energiespeicherung immer wichtiger wird, entschieden sich das zdi-Zentrum Hamm und die Hochschule für diesen Wettbewerbsschwerpunkt. Denn diese Energien sind nicht immer und überall verfügbar.

Umso erfreulicher, dass die Hammer Schüler mit viel Kreativität so unterschiedliche und erfolgreiche Energiespeicher gefunden haben. “Ich freue mich, dass beim Wettbewerb eine solche Vielfalt an Technologien zur Energiespeicherung zu sehen war. Jedes Team, das sich der Herausforderung dieser anspruchsvollen Aufgabenstellung gestellt hat, hat seine ganz individuelle Lösung gefunden und kann stolz auf sich sein”, so Prof. Dr. Olaf Goebel von der Hochschule Hamm-Lippstadt.

8. Mai, 2015 | 14:47
Autorin: mwi
zdi | Zukunft durch Innovation

zdi | Zukunft durch Innovation