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Unter der Lupe: Das Internet der Dinge

Mit der IoT-Box von Jugend forscht-Preisträger Nils Lüpke lässt sich per Smartphone u.a. die Beleuchtung steuern.
(c) Jugend forscht e.V.

Den Fernseher bequem mit dem Smartphone bedienen ohne die Fernbedienung zu suchen und gleichzeitig das Licht an- und ausschalten? Mit der IoT-Box von Nils Lüpke (16) ist das kein Problem. IoT steht dabei für das Internet of Things (deutsch: Internet der Dinge), das die intelligente digitale Vernetzung  von Gegenständen beschreibt. Der erfolgreiche NRW-Landessieger wurde beim Bundeswettbewerb Jugend forscht mit einem Sonderpreis der Kategorie Arbeitswelt ausgezeichnet Noch vor den Sommerferien darf er zu einem Forschungsaufenthalt zur Siemens AG in Princeton, USA, fliegen.

Nils, was kann die von dir entwickelte IoT-Box?
Die IoT-Box vernetzt Geräte im Haushalt miteinander, sodass man sie mit dem Smartphone steuern kann. In der Box stecken ein Infrarot-Sender und –Empfänger, um beispielsweise den Fernseher vom Smartphone aus zu steuern, ein 443-MHz-Sender, mit dem Funksteckdosen geschaltet werden können (z.B. Lampen). Außerdem sind ein WLAN-Chip und ein Sensor für Luftfeuchtigkeit und Temperatur verbaut. Zusätzlich benötigt wird ein Raspberry-Pi-Rechner, der als Server die Verwaltung der Geräte übernimmt. Das Besondere an der Box ist, dass bereits vorhandene Geräte vernetzt werden können. Viele Systeme, die man heute kaufen kann, funktionieren meist nur mit IoT-fähigen Geräten, die man extra neu anschaffen muss. Und: Die Daten der IoT-Box liegen zuhause auf einem eigenen Server. Bei gekauften Systemen laufen die Daten oft über Server der Anbieter, die teilweise im Ausland stehen.

Wie bist du darauf gekommen, die IoT-Box zu entwickeln?
Vor knapp zwei Jahren saß ich in meinem Zimmer und hatte damals einen LED-Streifen den ich mit einer Fernbedienung steuern konnte. Auf Dauer wollte ich die Fernbedienung nicht mehr suchen müssen und habe überlegt, wie ich das Licht über den PC steuern könnte. Ich habe mich dann erstmals an einer Infrarot-Steuerung versucht und mit der Zeit die Box entwickelt, bzw. die Idee für den Jugend forscht-Wettbewerb dann erweitert, sodass sie mehr Geräte steuern kann, einen Sensor hat und per WLAN mit dem Internet verbunden ist. 

Was begeistert dich an dieser Technik?
Ich finde es toll, wie diese neuen Technologien ermöglichen, aus einfachen Mitteln und mit wenig Geld so etwas zu entwickeln und sich mit der breiten Maker-Szene austauschen zu können. Man ist nicht allein, viele andere Jugendlichen basteln und forschen an ähnlichen Ideen und Projekten.

Siehst du bei der zunehmenden Vernetzung auch kritische Punkte?
Klar, die Vernetzung und einfache Steuerung hat viele Vorteile, aber für mich ist auch wichtig, dass der Nutzer die Kontrolle über die eigenen Daten behält. Die vernetzten Haushaltsgeräte erfassen Nutzerdaten aus einem sehr privaten Bereich. Da muss man genau hinschauen, was mit den Daten passiert, wenn sie auf einem Server der Anbieter beispielsweise im Ausland verarbeitet werden Und wie weit ist Vernetzung sinnvoll: Macht es wirklich Sinn, einen Toaster per App zu steuern? (Den Toast muss man ja immer noch selbst reintun.)

Welche weiteren Pläne hast du mit der IoT-Box und für deine Zukunft?
Vielleicht möchte ich die IoT-Box irgendwann veröffentlichen. Zunächst möchte ich das Projekt aber noch erweitern. Ich möchte beispielsweise gerne noch eine Heizungssteuerung einbauen und auch noch mehr Daten erfassen können. Mit einem Bewegungssensor könnte ich beispielsweise eine Alarmanlage integrieren, um vor Einbrechern zu warnen. Gerne würde ich später auch beruflich im Bereich Informatik arbeiten, am liebsten in der Entwicklung. Jetzt gerade organisiere ich erst einmal den Forschungsaufenthalt in den USA, ich bin eine Woche im Siemens-Technologiezentrum in Princeton und bin gespannt, was mich dort erwartet.

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen dir für deine Reise und weiteren Projekte alles Gute!

29. Juni, 2017 | 09:51
bdo/zdi
zdi | Zukunft durch Innovation

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