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Jugend forscht: Nicht nur für Überflieger

Susanne und Lukas konnten einen Sonderpreis mit ihrem Schaltkasten gewinnen.

Susanne und Lukas konnten einen Sonderpreis mit ihrem Schaltkasten gewinnen.

Susanne und Lukas müssen den Wettbewerbstag ohne ihren Teamkollegen Fabian bestreiten. Etwas aufgeregt wirken die beiden Schüler des Berufskollegs Rheine, als sie ihr Projekt vorstellen. Sie haben einen Schaltkasten gebaut. Das klingt erst einmal unspektakulär, doch der Kasten hat es in sich. Er zeigt dem Nutzer, wie viel Körperkraft nötig ist, um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen.

Den Organisatoren von Jugend forscht, insbesondere dem Wettbewerbsleiter Dr. Carsten Penz, ist es wichtig zu zeigen, dass der Wettbewerb nicht nur für die Bildungselite gedacht ist. „Jugend forscht hat manchmal das Image, vor allem für Gymnasiasten und Überflieger zu sein. Doch das Gegenteil ist der Fall: Hier haben alle Jugendliche – egal ob von Haupt-, Real- oder Gesamtschule – die Chance, ihre Fähigkeiten und ihren Forschergeist unter Beweis zu stellen.“

Daher freut es Penz besonders, dass das Berufskolleg Rheine traditionell viele Teams schickt, die mit großartigen Projekten aufwarten. „Die Schüler engagieren sich in ihrer Freizeit und investieren viel Arbeit.“ Wie beispielsweise Susanne, Lukas und Fabian.

„Unser Projekt ‚Energie erleben‘ ist für den außerschulischen Lernort der Saerbecker Energiewelten gedacht“, erklärt Susanne. Der Schaltkasten soll, wenn er fertig ist, in Saerbeck aufgestellt werden. Kinder der 1. bis 6. Klasse, die zu Besuch kommen, können dann erleben, wie schwer es ist, Energie zu erzeugen.

Das Prinzip ist schnell verstanden: Man dreht an einer Kurbel und die darüber liegende Lampenfläche leuchtet. Man kann Lampen hinzu schalten und wegschalten. Je mehr Lampen glühen sollen, desto schwieriger ist es, die Kurbel zu drehen – und zwar spürbar ab der zweiten Glühlampe.

Kindern Umweltbewusstsein beibringen

„Kinder sollen lernen, wie viel Energie sie verbrauchen, wenn sie zum Beispiel das Licht im Zimmer anschalten“, sagt Lukas. Denn nur, wer weiß, wie viel Energie etwas verbraucht, kann auch sparsam damit umgehen.

Mit dem Thema Umweltschutz beschäftigen sich die drei Schüler am Berufskolleg. Die 18-jährige Susanne macht wie Lukas und Fabian gerade ihre Ausbildung zur Umwelttechnischen Assistentin mit Fachabitur. Auf das Thema sind die drei gestoßen, nachdem Fabian in Saerbeck ein Praktikum gemacht hatte. „Hier wird der neue Lernort aufgebaut und wir wurden gefragt, ob wir da etwas zu beitragen möchten“, erinnert sich Susanne.

Ihr Projekt beschäftigte die Drei dann ein gutes halbes Jahr. Die Mühe hat sich gelohnt: Am Ende des Wettbewerbstages erhalten sie den Sonderpreis Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Darüber freuen sich Susanne und Lukas, zumal sie erstmals an Jugend forscht teilgenommen haben.

Reichweite von Elektromobilen erhöhen

Anton (l.) und David nehmen zum wiederholten Mal an Jugend forscht teil.

Anton (l.) und David nehmen zum wiederholten Mal an Jugend forscht teil.

Etwas routinierter sind hingegen David und Anton: Bereits im vergangenen Jahr hatten die Schüler der Anne-Frank-Realschule Ibbenbüren und des Goethe-Gymnasiums Ibbenbüren ein Projekt zur Elektromobilität vorgestellt. Dieses Jahr präsentieren sie ihre Fortentwicklung unter dem Titel „Akku leer? Kein Problem“.

„Wir haben uns überlegt, wie man die Reichweite von Elektromobilen erhöhen kann“, sagt David. Die beiden Schüler nutzen die Bewegungen der Federn im Auto in Verbiundung mit einem Magneten und erzeugen so durch Induktion Strom. Diesen können sie dann speichern und später für die Verlängerung der Reichweite nutzen. „Am besten funktioniert das bei Rallye-Autos, weil die besonders stark federn“, sagt Anton.

Leider – so David – sei diese Idee vor zwei Jahren von jemand anderem patentiert worden. Ihren Forscherdrang konnte das aber nicht stoppen. Und so wollen die beiden 15-Jährigen weitertüfteln – vielleicht kommen sie ja mit einer neuen Idee im kommenden Jahr wieder zum Wettbewerb.

23. Februar, 2016 | 14:30
Autor: khe
zdi | Zukunft durch Innovation

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