Startseite » Aktuelles » Jugendliche lernen Firmen bei SMIMS kennen

Jugendliche lernen Firmen bei SMIMS kennen

98 Jugendliche nahmen an der SMIMS 2013 teil.

98 Jugendliche nahmen an der SMIMS 2013 teil.

Sahra ist mit 15 Jahren eine der jüngsten Teilnehmerinnen der SMIMS. Das zierliche Mädchen geht in die zwölfte Klasse eines Gymnasiums und wird im kommenden Jahr Abitur machen. Was sie danach studieren möchte, da ist sie sich noch nicht ganz sicher. Sowohl Mathe als auch Informatik interessieren sie, doch hat sich auch ein Talent für Sprachen. Sie kann sich vorstellen, später im Bereich der internationalen Wirtschaftsberatung zu arbeiten. Deshalb hat sie sich während der SMIMS bei dem Finanzdienstleister ZEB vorgestellt.

“Das Speed-Dating war zwar sehr aufregend, weil ich nicht genau wusste, was bei einem Bewerbungsgespräch passiert”, sagt sie. “Aber letztlich war das eine sehr gute Gelegenheit zu üben.” Ihr habe das Training gut gefallen und hätte ihr Selbstbewusstsein gegeben. Auch die Mitarbeiter von ZEB zeigten sich sichtlich begeistert von der jungen Frau.

Unternehmen waren von den Talenten beeindruckt

Wie Sahra nahmen 38 Jugendliche die Gelegenheit wahr, sich bei einem Speed-Dating einem der fünf Unternehmen zu präsentieren, die auf der Suche nach Auszubildenden oder Studierenden im Bereich Mathematik und Informatik sind. Das Medienunternehmen Bertelsmann, der Bankendienstleister GAD, das Elektrotechnik-Unternehmen Phoenix Contact, der Entwicklungsdienstleister IMST und eben ZEB waren beeindruckt von den Talenten der jungen SMIMS-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern. Auch die Schülerinnen und Schüler freuten sich über die Chance, ganz unverbindlich Kontakt zu einer Firma aufzunehmen und ein Feedback zu ihrer Bewerbung zu erhalten. Am Ende des Nachmittags war die Meinung eindeutig: Im nächsten Jahr muss dieses Treffen wiederholt und am besten noch verlängert werden.

Vier Hochschulen stellten sich vor

Auch das Thema Studium kam nicht zu kurz: Einen Einblick in das Leben als Studierende gewährten Vertreter von vier Hochschulen in NRW an einem weiteren Nachmittag. Dozenten der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen (Fach Informatik.Softwaresysteme), der TU Dortmund (Fach Informatik), der WWU Münster (Fächer Mathematik und Informatik) und der RWTH Aachen (Ausbildung zum/zur Mathematisch-technischen Software-Entwickler/in, kurz MATSE) berichteten von ihren Angeboten, um den Jugendlichen bei der Orientierung in der Hochschullandschaft NRW zu helfen.

Maximillian, der bereits als Betreuer ein Team zum zdi-Roboterwettbewerb begleitet hat, mochte diesen Programmpunkt: “Es war gut, dass ich mich bei verschiedenen Hochschulen informieren konnte.” Gewünscht hätte sich der 18-Jährige jedoch, dass auch andere Fachbereiche als Mathe und Informatik vorgestellt worden wären.

Von der Chaostheorie bis zu humanoiden Robotern

Eingebettet waren das Speed-Dating und die Hochschulvorstellung in die Projektwoche der SMIMS, der Sommerakademie Mathematik und Informatik in Münster, die bereits zum 13. Mal stattfand. Fünf Tage lang anspruchsvolle Aufgaben aus den Bereichen Mathematik und Informatik zu lösen, das war auch in diesem Jahr die Aufgabe für die Jugendlichen. In einer nicht alltäglichen Atmosphäre erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Projektgruppen unterschiedliche computergestützte Lösungen, die thematisch, in Schwierigkeitsgrad und Komplexität weit über den schulischen Fachunterricht hinausgehen. Dies ist eine Herausforderung an mathematische und informatische Fähigkeiten und Kreativität.

Gemeistert haben alle Projektgruppen diese Herausforderung mit Bravour. Bei der Abschlussveranstaltung bei der GAD eG in Münster präsentierten die 98 Schülerinnen und Schüler ihre Projektergebnisse. Diese reichten von selbst programmierten PC-Spielen oder Smart-Phone-Apps über sprechende Roboter bis hin zu komplexen mathematischen Beweisen der Chaostheorie oder Verschlüsselungstechniken.

Arbeiten bis tief in die Nacht

Die Bezirksregierung Münster veranstaltet die Schülerakademie im Auftrag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die zdi-Geschäftsstelle ist 2013 erstmals Partner und organisierte die zusätzlichen Angebote für die Berufs- und Studienorientierung. Akademieleiter Klaus Dingemann hob hervor: “Die Akademie gibt Schülerinnen und Schülern mit besonderem mathematischem und informatischem Interesse seit 2001 die Möglichkeit, außerhalb der Schule auf Gleichaltrige zu treffen, die ihre Interessen teilen und ein ebenso ausgeprägtes Gespür für die Auseinandersetzung mit komplexen Problemstellungen haben. Die erzielten Projektergebnisse zeigen wieder einmal, auf welchem hohen Level hier täglich, manchmal bis weit in die Nacht, gearbeitet wurde.”

Auch Sahra und Maximilian stellten in der Gruppe ihre Ergebnisse vor: Sahra hat einen Schlagzeug-Computer mitprogrammiert, während Maximilians Gruppe sich mit Evolutionären Algorithmen beschäftigt hat. Die Zuschauer ohne mathematischen oder informatischen Hintergrund mussten an manchen Stellen ehrfürchtig zugeben, dass sie solche Aufgaben nicht hätten lösen können. Wie gut, dass es so talentierten Nachwuchs gibt.

 

14. Oktober, 2013 | 12:31
zdi | Zukunft durch Innovation

zdi | Zukunft durch Innovation