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Schüler testen das Ingenieur-Leben in Dortmund

Ein Ingenieur muss logisch denken, gut rechnen, aber auch kreativ sein. Viele Ideen werden im Team entwickelt, aber auch Selbständigkeit zeichnet einen guten Ingenieur oder eine gute Ingenieurin aus. Viele dieser Eigenschaften bringen Jugendliche mit, die sich für ein Ingenieurwissenschaftliches Studium entscheiden. Dennoch beendet ein Großteil schon während der ersten Semester das Studium – entweder weil die eigenen Fähigkeiten den Anforderungen des Fachs nicht entsprechen oder weil man sich etwas anderes als künftigen Beruf besser vorstellen kann.

Damit sich Jugendliche schon früh einen Eindruck davon verschaffen können, welche Ansprüche auf Ingenieurinnen und Ingenieure zukommen, bietet die Technische Universität Dortmund seit zwölf Jahren das Sommercamp do-camp-ing an. Eine Woche lang können Schülerinnen und Schüler Uniluft schnuppern – und testen, was es bedeutet Ingenieur zu sein. In diesem Sommer nahmen 35 Jugendliche teil, davon vier Mädchen.

35 Schülerinnen und Schüler nahmen am do-camp-ing teil.

35 Schülerinnen und Schüler nahmen am do-camp-ing teil.

Sich beruflich orientieren

„Die Teilnehmenden spielen hier Ingenieur statt etwas über den Beruf nur zu hören“ sagt Daniel Schauten. Er hat do-camp-ing mitentwickelt und hofft, dass die Jugendlichen hier die Chance haben, sich beruflich zu orientieren. „Sie sollen hier das Ingenieur-Gefühl gewinnen. Für mich ist es toll, wenn ich später die Jugendlichen hier als Studierende wiedersehe. Aber wir haben unser Ziel auch erreicht, wenn jemand hinterher sagt: Nein, Ingenieur möchte ich nicht werden.“

Technisches Verständnis und Experimente

Die Kurse sind vielseitig: Man kann Lego-Roboter programmieren, ein Katapult bauen oder künstliche Intelligenzen programmieren. In einem Reinraum-Labor ätzen die Jugendlichen ihr eigenes Portrait in eine Siliziumplatte. Das fünfte Projekt beschäftigt sich ebenfalls mit Robotern, allerdings mit richtigen Industrierobotern, die Minigolf spielen sollen.

Beim Katapult-Projekt zeigt sich das Konzept des do-camp-ing in eindrücklicher Weise: Sieben Schüler bauen anhand eines Modells ein kleines Katapult nach. Sie müssen technisches Verständnis mitbringen, handwerklich begabt sein und präzise arbeiten, damit das Werk gelingt. Hinterher experimentieren sie mit den Katapulten. Sie berechnen mit drei Variablen die beste Flugkurve. „Wir zeigen, dass Mathe und Physik viel interessanter sind als sie vielleicht denken“, sagt Dominic Stangier, Mitarbeiter der Fakultät Maschinenbau.

Konzentriert bei der Arbeit

Die Teilnehmerstruktur ist sehr bunt: Leander ist 14 Jahre alt, lebt eigentlich in den USA und nimmt an dem Roboter-Projekt teil. Auch Dominik ist in diesem Workshop. Er hat bereits ein Praktikum im Dortmunder zdi-Schülerlabor DLR_School_Lab gemacht, nachdem er das Labor mit der Klasse besucht hatte, und möchte später Physik studieren. Ugo (19), der das Katapult-Projekt besucht, hat sich bereits zum Wintersemester für Informatik eingeschrieben.

Besonders beeindruckend bei dem Besuch der Kurse ist die Konzentration und das Engagement der Jugendlichen: Sie arbeiten mit Freude und Spaß an ihrer Aufgabe. Bei den Informatikern ist der Wissensgewinn der Jugendlichen schnell zu spüren: Zu zweit erschaffen sie eine künstliche Intelligenz, kurz KI, die ein PC-Spiel steuert. Ob ein Mensch es schafft, gegen das Programm zu gewinnen? Der Selbsttest zeigt: Die KI gewinnt – und zwar ziemlich schnell. Die beiden Programmierer sind stolz und wollen ihre KI im Verlauf des Tages noch gegen die Programme der anderen Gruppen spielen lassen.

Unternehmen stellen sich vor

Die Freiheit der Hochschule erleben viele Teilnehmende zum ersten Mal. „Es ist lustig zu sehen, dass viele ganz erstaunt sind, wenn wir ihnen sagen, dass sie sich die Pausen frei einteilen können – je nachdem wie weit sie mit der Arbeit sind“, sagt Seuk-Young Jang, die das diesjährige Camp organisiert hat.

Jang sorgt auch dafür, dass das restliche Programm während des do-camp-ing wie geplant abläuft. Die Jugendlichen erfahren mehr über die verschiedenen Fakultäten der TU, lernen Studierende und Dozenten kennen, aber auch Unternehmen, die in Dortmund Ingenieure beschäftigen.

Wer sich bei Frau Jang informieren möchte, kann sie telefonisch unter Telefon 0231-7557110 erreichen oder ihr eine E-Mail schreiben. Weitere Informationen zum Camp: www.do-camp-ing.de

 

 

13. August, 2013 | 10:00
zdi | Zukunft durch Innovation

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