Startseite » Aktuelles » Kasachen besuchen zdi-Partnerunternehmen

Kasachen besuchen zdi-Partnerunternehmen

Kasachstan Besucherdelegatin in Wuppertal 24.03.2015

Besuch aus Kasachstan: Vertreter aus Politik und Wirtschaft besuchten das zdi-Partnerunternehmen Wiesemann & Theis in Wuppertal. Begrüßt wurde die Delegation von W&T-Geschäftsführer Rüdiger Theis (Mitte). Foto: Kristina Malis

„Können Sie sich die Auszubildenden selber aussuchen, bekommen Sie für die Ausbildung eine staatliche Unterstützung und was passiert, wenn es Ihrem Unternehmen finanziell schlecht geht?” waren nur einige von vielen, vielen Fragen, die eine Delegation aus Kasachstan dem Geschäftsführer des zdi-Partnerunternehmens Wiesemann & Theis am 24. in Wuppertal stellte. Sieben Tage lang reist die hochkarätig besetzte Gruppe durch NRW, um sich über das erfolgreiche deutsche Modell der dualen Berufsausbildung zu informieren. In Wuppertal zu Gast waren unter anderem ein Mitarbeiter des Präsidentenbüros, der Vize-Bildungsminister, der Vize-Arbeitsminister, die für kleine und mittlere Unternehmen zuständige Abteilungsleiterin im Wirtschaftsministerium sowie ein Vertreter der nationalen Unternehmerkammer des zentralasiatischen Landes.

IT-Spezialist war erstes zdi-Partnerunternehmen des zdi-Zentrums

Hintergrund der von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) organisierten Reise ist die kasachische Entscheidung, auf der Grundlage deutscher Erfahrungen und angepasst an spezifische kasachische Rahmenbedingungen die duale Berufsausbildung einzuführen. Der Besuch diente vor allem der Klärung der Frage, was gerade kleine und mittlere Unternehmen dazu motiviert, entsprechende Ausbildungen nicht nur anzubieten, sondern auch zu finanzieren. Der Kontakt kam über Rainer Goertz zustande, der bis vor wenigen Jahren leitender Beamter im Wissenschaftsministerium war und jetzt für die GIZ in Kasachstan tätig ist. Im Vorfeld der Reise rief er kurzerhand in der zdi-Geschäftsstelle an, um nach einem für den Besuch geeigneten Vorzeigebetrieb in punkto Ausbildung zu fragen. Ein passender Kandidat war schnell gefunden. Der vorgeschlagene IT-Spezialist W&T, Entwickler und Produzent langlebiger Mikrocomputer, die Datenschnittstellen, Netzwerke und IO-Punkte miteinander verbinden, war 2008 das erste Partnerunternehmen des zdi-Zentrums BeST im Bergischen Städtedreieck. Dreizehn, in der Regel halbjährige Kurse, wurden dort seitdem angeboten.

Nach einer Besichtigung des rund 50 Mitarbeiter großen und über den eigenen Bedarf ausbildenden Unternehmens erklärte W&T-Geschäftsführer Rüdiger Theis die Motivation des erfolgreichen Mittelständlers: „Praxis bedeutet, allen Aspekten der Realität ausgesetzt zu sein. Das macht praktische Ausbildung interessant, anspruchsvoll und wertvoll. Theoretische Ausbildung darf einzelne Aspekte zunächst isoliert und unverbunden vermitteln. Das Gesamtbild kann dagegen erst die Praxis erlebbar machen. Duale Ausbildung verbindet beide Welten und hat sicherlich einen wesentlichen Beitrag zum deutschen Wirtschaftswunder geleistet.”

Engagement auf vielen Ebenen

Das 1979 gegründete Unternehmen bietet zurzeit fünf Ausbildungsberufe und einen dualen Studiengang an. Mit Joshua Teske und Oleg Ickes konnten die Gäste einen Auszubildenden im Bereich Fachinformatik und einen dualen Studenten gleich persönlich befragen. Obwohl beides Abiturienten, entschieden sie sich für unterschiedliche Ausbildungswege und veranschaulichten damit die Vielschichtigkeit des deutschen Ausbildungswesens. Auf die Frage eines Delegationsmitglieds, wie sich Auszubildende und Unternehmen kennenlernen, konnte Oleg Ickes das besondere Engagement von W&T ganz praktisch unterstreichen. Dieser bietet nämlich seit vielen Jahren einen einmal wöchentlich stattfindenden Bastelkurs an, den er ab Klasse 10 besucht hatte.

Weil es heute nicht mehr einfach sei, geeigneten Nachwuchs zu finden und diesen für technische Themen zu begeistern, engagiert sich das Unternehmen darüber hinaus noch auf vielen anderen Ebenen. So unterstützt es den Girls´Day, die Junior Uni, die Bergische Universität oder die Winzig-Stiftung. Ziel der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur im Rahmen der interdisziplinären Erforschung des menschlichen Geistes und des Strebens nach sozialer Innovation im In- und Ausland. Ein Thema, das dem Stiftungsgründer und W&T-Geschäftsführer Theis sehr am Herzen liegt und seiner Überzeugung, dass Ausbildung keine Kosten, sondern Investitionen sind, entspricht.

Homepage Wiesemann & Theis

25. März, 2015 | 09:46
Autor: aw
zdi | Zukunft durch Innovation

zdi | Zukunft durch Innovation