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Krefeld: Erster Kurs für Jugendliche mit Migrationshintergrund

Einen Stern als Schlüsselanhänger und einen blinkenden Smiley hat Semih als erstes hergestellt.

Einen Stern als Schlüsselanhänger und einen blinkenden Smiley hat Semih als erstes hergestellt.

Semih ist 14 Jahre alt, wirkt sympathisch und aufgeweckt. Er geht in die neunte Klasse der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Krefeld und strebt derzeit seinen Hauptschulabschluss an. „Danach möchte ich eine Ausbildung zum Mechatroniker beginnen“, sagt er. Dabei blickt er einem offen in die Augen und erklärt weiter: „Mein Ziel ist es, später meinen Meister zu machen.“

Um sich für diese Ausbildung gut vorzubereiten, hat Semih den Kurs „Integration durch Technik“ am zdi-Zentrum KReMINTec besucht. „Wenn ich mich nur mit meinem Hauptschulabschluss bewerbe, könnte es schwieriger werden“, sagt er. „Ich will weiterkommen, deswegen habe ich den Kurs besucht.“

Metall bearbeitet, Schaltungen gelötet und Roboter pragrammiert

Gemeinsam mit anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern hat er sechs Wochen lang den Freitagnachmittag im Berufskolleg Uerdingen verbracht. Dort lernte er, mit Metall zu arbeiten und einen Schlüsselanhänger zu fräsen. Außerdem stand das Thema Elektronik auf dem Plan. Die Jugendlichen bauten eine kleine Schaltung mit Leuchtdioden und lernten Grundsätze der Elektrotechnik kennen. Eine Fähigkeit, die Semih auch während einer Ausbildung zum Mechatroniker brauchen würde. Zum Schluss beschäftigte sich die Gruppe mit Lego-Robotern und programmierten verschiedene Fahrweisen.

„Der Stern für den Schlüsselanhänger war schon kniffelig. Auch das Programmieren war schwierig“, sagt Semih. Am Ende hat er alles geschafft und ist stolz, die Herausforderung bewältigt zu haben.

Sinnvoll, Integration und Technik zu verbinden

Semih zeigt das Programm, das Basis für die Fahrt seines Roboters ist.

Semih zeigt das Programm, das Basis für die Fahrt seines Roboters ist.

Wie sinnvoll Technik-Kurse für Jugendliche mit Migrationshintergrund sind, betont zdi-Koordinatorin Chrissoula Tolidou: „Man findet in solchen Kursen nicht über die Sprache zueinander, sondern über naturwissenschaftliche Phänomene. Diese sind überall auf der Welt gleich, weswegen die Integration und die Teamarbeit gut funktionieren. Technik ist kulturell einfach unabhängig.“

Auch Kursleiter Jürgen Trautmann, ehemaliger Ausbildungsleiter der Siemens Duisburg, ist begeistert von dem Konzept: „Es macht Sinn, gezielt Integration und Technik zu verbinden.“

Semih zieht ebenfalls ein positives Fazit. Er würde gerne einen weiteren Kurs belegen, wenn er demnächst die Gelegenheit dazu hat. Doch nun steht erst einmal ein Betriebspraktikum bei ATU an. Dort kann er seinem Traumberuf ein weiteres Stückchen näher kommen.

16. Dezember, 2013 | 11:56
zdi | Zukunft durch Innovation

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