Startseite » Aktuelles » Landesregierung zeichnet Sambia-AG aus

Landesregierung zeichnet Sambia-AG aus

Seit dem 1. Juni hat Nordrhein-Westfalen 31 neue „Orte des Fortschritts“. Dazu gehört auch die Sambia-AG der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule. Die drei Ministerien für Wissenschaft, Wirtschaft und Städtebau vergeben die Auszeichnung an Einrichtungen, die Ökonomie, Ökologie und Soziales innovativ verbinden und damit Fortschritt für die Gesellschaft ermöglichen. Das Spektrum der Gewinnerinnen und Gewinner ist breit: Forschungsinstitutionen und Unternehmen zählen ebenso dazu wie Umweltschutzorganisationen, Kommunen oder Bürgerinitiativen. Seit der Initiierung des Wettbewerbs im Jahr 2011 zeichnete die Landesregierung 38 Projekte aus. In der aktuellen Ausschreibung waren 144 Vorschläge eingereicht worden. Über diese wurden nach eingehender Vorbegutachtung durch ein Bewertungsgremium von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft beraten. Am 1. Juni trafen sich rund 170 Vertreter prämierter und weiterer Projekte zu einem Netzwerktreffen in Düsseldorf, dessen vorrangiges Ziel der Austausch zwischen den Akteuren war. Die eigentliche Preisverleihung mit Besuch der Ministerin an der Schule wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Nach Düsseldorf gereist war ein neunköpfiges Team aus AG-Mitgliedern, Schulleitung und Projektleiter Guntram Seippel: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, weil wir die erste ausgezeichnete Schule überhaupt sind und dies eine besondere Ehre darstellt. Außerdem wird damit der langjährige, nachhaltige, soziale und ökologische Einsatz der Schülerinnen und Schüler gewürdigt“.

Minister(innen)stimmen

„Die ausgezeichneten Einrichtungen geben auf lokaler Ebene Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel oder demographische Entwicklung“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze während des Treffens. „Sie sind Vorbilder, die zeigen, wie wir gesellschaftlichen Fortschritt gestalten können“, sagte Städtebauminister Michael Groschek. „Ihre Ideen und Initiativen möchten wir würdigen – und andere zu solchem Engagement ermuntern“, so Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

Düsseldorf ( Duesseldorf ) , 01.06.2015 Auftaktveranstaltung " Orte des Fortschritts" des MIWF im S-Forum der SSK Düsseldorf. Anwesend waren Wissenschaftsministerin Svenja Schulze , Städtebauminister Michael Groschek , Wirtschaftsminister Garrelt Duin Foto: Rainer Hotz

Gleich drei Minister(innen) kamen zum Netzwerktreffen: Wirtschaftsminister Garrelt Duin, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Städtebauminister Michael Groschek
Foto: Rainer Hotz

 

Die Sambia-AG: lokal und global

Das mittlerweile bundesweit bekannte und mehrfach ausgezeichnete Projekt „Sambia-AG“ gibt es bereits seit 1986. Seither existieren Schulpartnerschaften zwischen der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule und zwei Schulen in Sambia, Afrika: der Macha Secondary School – einem Mädcheninternat – und der St. Mark´s Secondary School Mapanza – einem Jungeninternat.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus einem „normalen“ Austauschprogramm eine hervorragend funktionierende technische Hilfe zur Selbsthilfe. Im Rahmen der Sambia-Technik-AG planen Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 13 Photovoltaikanlagen für die Partnerschulen im südlichen Afrika. Dank des Engagements vieler Partner reisen die AG-Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor und innerhalb der Sommerferien nach Sambia und installieren die Anlagen gemeinsam mit den dort lebenden Internatsschülerinnen und -schülern.

Düsseldorf ( Duesseldorf ) , 01.06.2015 Auftaktveranstaltung " Orte des Fortschritts" des MIWF im S-Forum der SSK Düsseldorf. Anwesend waren Wissenschaftsministerin Svenja Schulze , Städtebauminister Michael Groschek , Wirtschaftsminister Garrelt Duin Foto: Rainer Hotz

Neun Schulvertreter präsentierten die Sambia-AG in Düsseldorf. In der Mitte Prof. Dr. Christa Liedke, Forschungsgruppenleiterin “Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie” und Juryvorsitzende, rechts daneben Projektleiter Gruntram Seippel. Foto: MIWF/Rainer Hotz

Einbindung in BSO-MINT

Das Projekt ist Teil eines komplexen Lehr- und Lernsystems an der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule (IDG) und vereinbart gleichermaßen ökonomische, ökologische und soziale Aspekte sowohl im Zielland als auch in Gladbeck. Eine sehr positive Rolle bei der Entwicklung weiterer Aktivitäten spielte die Gründung des an der IDG angesiedelten zdi-Zentrums im Jahr 2008. Die Inhalte der BSO-MINT-geförderten Sambia-Technik-AG und des Technikunterrichts ab Klasse 11 werden in Gladbeck seitdem systematisch aufeinander abgestimmt und an den Bedürfnissen der Partnerschulen entsprechend ausgerichtet. BSO-Maßnahmen sind von der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit unterstützte Angebote zur vertieften Berufs- und Studienorientierung.

Erfahrung mit dem Thema Photovoltaik hat die Schule bereits seit 2002. Mittlerweile gibt es vier selbst installierte Solaranlagen auf dem Dach des Schulgebäudes. Die Anlagen werden von den Lerngruppen gerne besichtigt und sind ein wichtiger Motivationsaspekt für den nachfolgenden Unterricht zu den Energieproblemen der Welt. Im pädagogischen Zentrum informiert eine große Anzeigetafel ständig über die aktuellen Betriebsergebnisse.

zdi-Gute Praxis: Sambia-AG

Kontakt:
Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule
Telefon: 02043 94050
Projektleiter Sambia-AG Guntram Seippel
E-Mail: gseippel@web.de

3. Juni, 2015 | 10:23
aw
zdi | Zukunft durch Innovation

zdi | Zukunft durch Innovation