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Löten, bohren, biegen beim Leuchtschild-Bau

Sonja ist das einzige Mädchen im Kurs, aber die 15-Jährige ist von allen 22 Jugendlichen am weitesten. Ein Phänomen, das Kursleiter Jörg Swierczek schon oft beobachtet hat: “Mädchen arbeiten in den Kursen oft konzentrierter und präziser als Jungs.” Was nicht heißen soll, dass die Jungs nicht auch ordentlich arbeiten. Aber vielleicht lassen sich die jungen Damen weniger ablenken und wollen ein ordentlichen Produkt herstellen.

Die Schülerin der Realschule Oppum in Krefeld nimmt gemeinsam mit einigen Klassenkameraden sowie Schülern der Stephanus Hauptschule an einem MINT-Block des zdi-Zentrums KReMINTec am Berufskolleg Uerding teil. Jeden Dienstag gehen die Jugendlichen der 9. und 10. Klasse während des zweiten Halbjahrs des nun ablaufenden Schuljahres zum BKU und bauen ein Leuchtschild. Der Kurs ist Teil des Regelunterrichts, am Ende gibt’s auch Noten.

So sieht das fertige Leuchtschild aus.

So sieht das fertige Leuchtschild aus.

 

Sie stellen für das Schild einerseits eine kleine Blinkerschaltung her, mit der die Leuchtdioden gesteuert werden. Außerdem bauen sie das Gehäuse und die Halterung für die Plexiglasscheibe, die am Ende angeleuchtet wird. Dabei erhalten sie Einblick in zwei unterschiedliche MINT-Arbeitswelten: Elektrotechnik und Metallbearbeitung. “In der Schule haben wir keine Möglichkeit, solche Dinge kennenzulernen”, sagt Sonja, die noch nicht sicher ist, welch einen Beruf sie einmal wählt. “Es ist also richtig gut, dass wir so einen Kurs besuchen können.”

Auch ihr Kollege Jan, 16, ist begeistert: “Das Löten macht mir Spaß, ich habe das noch nie gemacht. Wenn der Job hinterher auch abwechslungsreich ist, dann würde ich das vielleicht auch in Erwägung ziehen.” Doch das Löten alleine wäre ihm nicht genug.

 

Gemeinsam mit seinen Kollegen Michael Fischer und Volker Metje hat Jörg Swierczek den Kurs entwickelt und begleitet. “Es ist toll zu sehen, dass die Jugendlichen hier konzentriert ihre Aufgaben erledigen und gemeinsam daran arbeiten, das jeder ein fertiges Leuchtschild mitnehmen kann.” Das BKU böte mit seinen Werkstätten Möglichkeiten, die es in einer Schule gar nicht gäbe. Umso erfreuter ist Swierczek, dass in diesem Jahr auch Jungs der Stephanus Hauptschule an dem Kurs teilnehmen. “Die haben schon etwas mehr Erfahung im Technik-Unterricht und können den Realschülern helfen.”

Cedric, 15, und Maurice, 16, finden das Angebot am BKU aber besser als den eigenen Technikunterricht: “In der Schule arbeiten wir vor allem mit Holz, hier lernen wir noch anderes Material und neue Techniken kennen.” Für die beiden steht schon fest, dass sie nach dem Abschluss einen MINT-Beruf ergreifen: Cedric überlegt, Werkstoffprüfer zu werden und Maurice will eine Lehre zum Elektriker beginnen.

23. Juni, 2015 | 15:13
Autor: khe
zdi | Zukunft durch Innovation

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