Startseite » Aktuelles » Ein Hauch von Silicon Valley – in Borken

Ein Hauch von Silicon Valley – in Borken

Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Stadtlohn besuchten das IT-Unternehmen d.velop in Borken. d.velop ist eine von zahlreichen MINT-Lernstationen im Kreis Borken. Foto: zdi-Netzwerk Kreis Borken

Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Stadtlohn besuchten das IT-Unternehmen d.velop in Borken. d.velop ist eine von zahlreichen MINT-Lernstationen im Kreis Borken. Foto: zdi-Netzwerk Kreis Borken

Maisfelder, Herbstlaub und Kühe. Das westliche Münsterland ist ein Ort ländlicher Idylle. Und es ist ein Ort moderner Innovation. Der Campus des IT-Unternehmens d.velop jedenfalls könnte in seiner Großzügigkeit auch im Silicon Valley liegen – ist aber in Gescher. Hinter großen Glasfassaden sieht man offene Großraumbüros. Viele junge Leute sitzen vor Computern oder diskutieren in kleinen Gruppen miteinander. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, alles ist hell und freundlich.

Hell und freundlich, das ist dann doch anders als sich Lennart den Alltag eines IT-lers vorgestellt hat. „Man denkt ja eher, Programmierer sitzen allein in ihrer Hütte“, gesteht der 15-Jährige. Mit seinem Informatikkurs des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Stadtlohn besucht er einen Schultag lang die moderne IT-Firma. Die hat so namhafte Kunden wie Schalke 04, Airbus und Tupperware und wuchs von der Garagenfirma zum Unternehmen mit einer Million Anwendern weltweit.

MINT-Lernstationen

d.velop ist eine von sieben MINT-Lernstationen im Kreis Borken, die das dortige zdi-Zentrum seit Anfang des Jahres aufgebaut hat. Hier können Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse Unternehmen kennenlernen. „Damit bieten wir ihnen die Möglichkeit zu sehen, welche interessanten Firmen es hier in der Nähe gibt“, ist Gabi Wenke vom zdi-Zentrum stolz. Dabei gibt es Angebote für alle weiterführenden Schulformen. Das zdi-Zentrum Kreis Borken stellt den Kontakt zu den rund 60 weiterführenden Schulen im Umkreis her. Die Betriebe informieren über Ausbildungen und duale Studienmöglichkeiten, es gibt Betriebsbesichtigungen, Schnupperstunden und Videotrainings. Und auch HTML- sowie Social Media Workshops, wie für Lennart und seinen zehnköpfigen Kurs.

Ausbildung und Duales Studium

„Das meiste kannte ich schon“, berichtet Eric, 15 Jahre alt, über den Workshop. „Aber die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook, die waren neu für mich.“ Auch Eric würde genau wie Lennart später gern was mit Informatik machen. Ihn hat besonders interessiert, was Eva-Maria Würz zum dualen Studium erzählt. Die Auszubildende begleitet die Jungs durch den Tag. „Ich bin quasi ihr lockerer Ansprechpartner, um Berührungsängste abzubauen“, erklärt sie. Sie kommt selbst aus Gescher und entschied sich früh für ein duales Studium zum Betriebswirt bei d.velop. Beim gemeinsamen Frühstück fiel ihr schnell auf, dass die Truppe („Leider alles nur Jungs“) sich nur für Informatik interessiert. Also haben Eva-Maria und ihr Kollege das Programm kurzerhand an die Wünsche der Teenager angepasst. „Normalerweise informieren wir sowohl über das Betriebswirtschaftsstudium als auch über Informatik. Aber die hätten sich bei BWL nur gelangweilt“, so ihre Erklärung.

Arbeitsalltag und Betriebsklima

Individuell und im kleinen Rahmen lernen die Zehntklässler das Unternehmen kennen. Und sind begeistert von der jungen Atmosphäre des Hauses. Die Mitarbeiter hier sind im Schnitt 35 Jahre alt. Lennart gefallen vor allem die kleinen Teams, in denen man sich immer wieder austauscht und miteinander Ideen entwickelt. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Arbeit so kommunikativ ist.“ Und man eben nicht allein in seiner Hütte sitzt.

Win-Win-Situation für Schüler und Unternehmen

Die MINT-Lernstationen bieten Jugendlichen einen optimalen Einblick in Betriebe ihrer Heimat. Die Unternehmen bestimmen das Programm selbst und treffen so potentielle neue Mitarbeiter. Persönlich, unkompliziert, direkt – beide Seiten profitieren. Der persönliche Kontakt und der Abbau von Berührungsängsten machen die MINT-Lernstationen so wertvoll. Kennt man sich erst einmal und hat vielleicht auch im Betrieb Probe gearbeitet, sind die Noten für eine spätere Beschäftigung nicht mehr so entscheidend.

Das zdi-Zentrum will jedenfalls gern noch mehr junge Leute erreichen. Aktive Unternehmen gibt es genug, nun müssen nur die Schulen die attraktiven Angebote noch mehr nutzen. Denn mitten im ländlichen Westmünsterland ist ein wirtschaftlicher Tausendfüßler unterwegs. So nennen die Borkener jedenfalls liebevoll die vielen wirtschaftlichen Standbeine ihrer Region. Ob IT-Branche, Landwirtschaft, Maschinenbau oder Kunststoffverarbeitung – der Kreis Borken hat eine vielschichtige Branchenstruktur. Und muss gerade deshalb in Zukunft junge Leute motivieren, in der Gegend zu bleiben und hier zu arbeiten. Lennart jedenfalls hat der Besuch bei d.velop angefixt. „Ich würde gerne später was im Bereich Informatik machen”, lautet sein Fazit. Vielleicht bleibt er dafür sogar in seiner Heimatregion.

Hier können die MINT-Lernstationen des zdi-Zentrums Kreis Borken gebucht werden.

Einen Eindruck über zwei weitere MINT-Lernstationen bietet der folgende Film der Wirtschaftsförderungsgesellschaft:

 

 

24. September, 2014 | 09:49
Autorin: mwi
zdi | Zukunft durch Innovation

zdi | Zukunft durch Innovation