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Multitalent Biotechnologie

Wie wird aus Hopfen und Gerste Bier, wie entsteht aus Milch Käse? Schon die Sumerer, Babylonier und Ägypter nutzten molekularbiologische Prozesse, um Lebens- und Genussmittel herzustellen. Ohne allerdings die Vorgänge dahinter zu verstehen. Erst mit der Entwicklung von Mikroskopen im 17. Jahrhundert war es möglich, Mikroorganismen, Kleinstlebewesen die diese Umwandlungsprozesse ermöglichen, zu beobachten. Im 19. Jahrhundert entdeckten Wissenschaftler erstmals  winzige Erbinformationen tragende Molekülstrukturen in Zellkernen – die DNA. Es entstand die Molekularbiologie, ein Teilgebiet der Biologie. Die Grenzen zur Genetik und Biochemie sind dabei fließend. Heute sind die Erkenntnisse des Forschungszweiges aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Mit Hilfe von Gentechnik entwickeln Forscherinnen und Forscher Medikamente und Therapien für verschiedene Krankheiten. Mikroorganismen werden beispielsweise  genutzt um Nutzpflanzen widerstandfähiger zu machen oder gezielt in Wasserkläranlagen eingesetzt, um unerwünschte Stoffe abzubauen.

Auch in mögliche zukünftige Erkenntnisse der Molekularbiologie setzen Forschende große Hoffnung. Sie könnten dabei helfen, Krankheiten zu heilen, den Hunger auf der Welt zu bekämpfen oder Alternativen zu fossilen Brennstoffen wie Erdöl zu entwickeln. Der Bedarf an Nachwuchsforscherinnen und -forschern, die auch in Zukunft auf diesem Gebiet weitere Lösungen erarbeiten, ist groß.

BSO-MINT Kurs sensibilisiert den Nachwuchs

Das mobile Schülerlabor science to class will junge Menschen für die beruflichen Einsatzgebiete in der Biotechnologie begeistern. Seit 2013 verwandelt das mobile Schülerlabor die Fachräume in Schulen in ein molekularbiologisches Labor und schafft reale Arbeitsbedingungen.

„Biologinnen und Biologen fangen im Normalfall keine Schmetterlinge im Urwald. Sie entwickeln Medikamente, verbessern Waschmittel, sorgen für Lebensmittelsicherheit oder helfen in der Forensik Verbrechen aufzuklären“, erklärt Dr. Ellen Barzen vom mobilen Schülerlabor science to class. „Die vielfältigen teils interdisziplinären Berufs- und Studienmöglichkeiten jenseits der klassischen Biologie sind vielen Schülerinnen und Schülern jedoch nicht hinreichend bekannt.“ Dabei eröffneten sich gerade in der Biotechnologie als eine der innovativsten Wirtschaftsbranchen zahlreiche hochinteressante Tätigkeitsbereiche für Absolventinnen und Absolventen biologischer Fachrichtungen, so die Wissenschaftlerin.

Ende Januar konnten sich 17 Schülerinnen und Schüler des Erzbischöflichen Irmgardis-Gymnasiums in Köln mit science to class selbst im molekularbiologischen Forschen ausprobieren. Das zdi-Zentrum Köln organisierte in Kooperation mit science to class den BSO-MINT Kurs „Der genetische Fingerabdruck“. Die Jugendlichen isolierten DNA aus ihrer eigenen Mundschleimhaut und führten selbständig eine sogenannte Polymerase-Kettenreaktion (PCR) durch bei der die Erbsubstanz für weitere Untersuchungen vervielfältigt wird. Biologielehrerin Dr. Angela Müller-Möhring, die selbst in der biologischen Forschung gearbeitet hat, ist vom Mehrwert der praktischen Übung überzeugt.  Sie vertieften die Inhalte ihres Unterrichts und böten zugleich wertvolle Orientierung für die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten. Denn oft  sei es ein Schlüsselerlebnis, das die Schülerinnen und Schüler zu einem  naturwissenschaftlichen Studium führt, so die Lehrerin. „Im heutigen Kurs haben wir vier Schülerinnen und Schüler, die sich konkret für ein Studium im Bereich Biologie interessieren. Ich würde mich freuen, wenn diese Maßnahme sie in ihrem Wunsch bestärkt. Die realitätsnahe Arbeitserfahrung ist etwas, was der normale Regelunterricht nur begrenzt leisten kann. zdi leistet einen wertvollen Beitrag dazu, MINT-Berufe erlebbar zu machen“, erklärt Müller-Möhring.

Für Schülerin Alana Mae Milden war der Kurs möglicherweise ein solches Schlüsselerlebnis für Ihren weiteren Lebensweg: „Ich werde sehr wahrscheinlich ein naturwissenschaftliches Studium aufnehmen. Aber ich schwanke noch zwischen Medizin und Biomedizin. Die Berufs- und Studienorientierung und die Informationsmaterialien sowie die Beratung durch die Dozentinnen helfen mir bei der Entscheidungsfindung sehr.“

Kontakt

zdi-Zentrum Köln
Frau Vanessa Winkler
E-Mail

8. Februar, 2017 | 14:47
zdi/cm
zdi | Zukunft durch Innovation

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