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Nachwuchs-Redakteure besuchen Schülerlabor

Normalerweise arbeiten sie in verschiedenen Redaktionen der Rheinischen Post. Politik, Wirtschaft und Lokalredaktionen gehören in den meisten Fällen zu den Standard-Stationen. Sie sind Germanisten, Juristen und Politikwissenschaftler. Einen naturwissenschaftlichen Hintergrund hat keiner der insgesamt 16 Volontäre, die das zdi-Schülerlabor Einsichten in die Nanowelt in Duisburg besucht haben. Das perfekte Publikum also, um zu testen, ob die Inhalte auch für nicht-ausgebildete Physiker verständlich sind.

Einen Tag lang haben die jungen Redakteure ihren Arbeitsplatz mit einem Hocker vor den Mikroskopen getauscht. Andreas Reichert vom zdi-Schülerlabor hat vier studentische Mitarbeiter als Betreuer dazu geholt. “Wir machen mit den Volontären dasselbe Programm, das wir auch mit Schülergruppen machen”, sagt Reichert. Fünf Gruppen rotieren dabei, um an verschiedenen Mikroskopen zu arbeiten.

Didaktisch begonnen wird beim normalen Lichtmikroskop. Es erreicht eine 400-fache Vergrößerung. Die Flügel einer Hummel oder die einzelnen Leiter eines Mikrochips lassen sich detailliert erkennen. Mit einer Kamera wird das Bild auf einen Bildschirm projiziert, damit alle Teilnehmer der Gruppe sehen, was die Person am Mikroskop gerade betrachtet. Das Besondere: Dieses Mikroskop ist ein Stereomikroskop mit zwei Strahlengängen für die Augen. Man kann also dreidimensional auf die Objekte schauen.

Auflichtmikroskop

Auflichtmikroskop

Um kleinere Strukturen zu erkennen, muss man weiter mit dem Rasterelektronenmikroskop arbeiten. Das 90.000 Euro teure Gerät beeindruckte die Volontäre besonders. Bin in kleinste Strukturen kann man vordringen, denn das Mikroskop vergrößert etwa 50 000-fach. Einzelne Schuppen eines Haares, das sich eine Teilnehmerin kurzerhand ausgerupft hat, kann man zum Beispiel sehen.

 

Rasterelektronenmikroskop

Rasterelektronenmikroskop

 

Weiter geht es zu dem Rasterkraftmikroskop, das mit einer winzigen Spitze sogar einzelne Atome sichtbar machen kann. Theoretisch zumindest. Die Version des zdi-Schülerlabors ist nicht ganz so stark auflösend, sondern schafft “nur” eine 1.000.000-fache Vergrößerung. Wollte man Atome erkennen müsste man im Vakuum experimentieren, um möglichst keine Schwingungen zu haben, die die Messung verändern. Diese Mikroskop kostet 60.000 Euro und kann die einzelnen Spuren einer CD darstellen.

Rasterkraftmikroskop

Rasterkraftmikroskop

Bevor es zur Laborführung ging, haben die Volontäre noch selbst experimentiert und verschiedene Beispiele für Nano-Teilchen kennengelernt. Unter Anleitung bauten sie eine Solarzelle, besser bekannt als Grätzel-Zelle.

Experimente

Experimente

 

Besonders beeindruckt war die Gruppe von dem Nano-Sand. Diese Körnchen sind speziell strukturiert, sodass sie Wasser abweisen. Das Ergebnis: Der pink gefärbte Sand vermischt sich im Wasserglas nicht zu einer matschigen Brühe, sondern bildet trockene Strukturen im Glas.

Nanosand

Nanosand

 

Weitere Informationen zum Schülerlabor gibt es bei Andreas Reichert (E-Mail schreiben) von der Universität Duisburg-Essen, wo das Labor angesiedelt ist.

 

 

 

 

 

 

2. Oktober, 2013 | 16:53
zdi | Zukunft durch Innovation

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