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Neues zdi-Schülerlabor im Oberbergischen Kreis

Nachdem die Bedienung der Kunststoffspritzgussmaschine erklärt wurde, kann die Produktion starten. (Foto: OBK)

Nachdem die Bedienung der Kunststoffspritzgussmaschine erklärt wurde, kann die Produktion starten. (Foto: OBK)

Das Design-Team feilt an der richtigen Farbwahl, das Finanz-Team kalkuliert die Kosten und im Labor wird die Kunststoffqualität überprüft. Als alle Vorbereitungen und Überlegungen abgeschlossen sind, folgt gespanntes Warten vor der imposanten Kunststoffspritzgussmaschine. Doch es kann aufgeatmet werden: Ein Trinkbecher nach dem anderen wird fehlerfrei produziert.

Diese Arbeitsabläufe haben allerdings nicht in einem oberbergischen Unternehmen stattgefunden, sondern am Berufskolleg Dieringhausen, ausgeübt von Schülerinnen und Schülern. Dort ist das neue zdi-Schülerlabor „investMINT Oberberg” feierlich und mit großem Rahmenprogramm eröffnet worden – ein echtes Highlight für die Region.

Stolz zeigte sich deshalb nicht nur Landrat Hagen Jobi: „Das Schülerlabor ist ein neuer und sehr wichtiger Baustein in unserem regionalen MINT-Baukasten. Es kombiniert schulische Themen sinnvoll mit Berufsorientierung und schafft dabei vorbildlich den Brückenschlag zu unternehmerischem Handeln und Denken.“ MINT steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – und damit für Bereiche, die besonders im Oberbergischen Kreis gefragt sind. Entsprechend sieht auch Schuldezernent Dr. Jorg Nürmberger das Schülerlabor im Rahmen der MINT-Förderung als einen “bedeutenden Ansatz, der geeignet ist, die wichtige Fachkräftesicherung in der Region voranzubringen”.

“Alle sind Feuer und Flamme”

So werden in der Region auch künftig kreative Tüftlerinnen und Tüftler benötigt. Im Februar 2011 hat sich das zdi-Zentrum „investMINT Oberberg“ gegründet. Die Ziele: Spaß und Begeisterung für technische und naturwissenschaftliche Themen wecken sowie spannende Angebote für Kinder und Jugendliche entlang der Bildungskette gemeinsam mit vielen örtlichen Partnern entwickeln und umsetzen. Vier Jahre nach der Gründung folgte nun die mit Spannung erwartete Eröffnung des Schülerlabors – und die vielen Partner und Beteiligten überzeugten sich vor Ort von dem neuen Vorzeigeprojekt.

Sie waren ebenso begeistert wie die Schülerinnen und Schüler, die die Abläufe im Schülerlabor bereits testeten, und damit einen Tag in einem produzierenden Unternehmen simulieren durften. „Das ist ein ganz neue Erfahrung und eine völlig andere Lernsituation als in einer normalen Schulklasse“, erklärt Berufskolleg-Schulleiter Detlev Schuster. Laborleiter Mirco Rödder ergänzt: „Die Schülerinnen und Schüler waren bei den bisherigen Testläufen Feuer und Flamme. Sie haben ein gemeinsames Ziel, schließlich möchten sie am Ende des Tages produzieren.“

Didaktisches Konzept von Baylab plastics

Die teilnehmenden Schulklassen (möglich ab Jahrgangsstufe 9) werden in fünf Teams aufgeteilt. Doch trotz unterschiedlicher Teilaufträge steht das gemeinsame Produkt im Mittelpunkt. „Dabei erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie wichtig die eigene Aufgabe und das individuelle Engagement für den Erfolg des Ganzen ist“, sagt zdi-Koordinatorin Kerstin von Scheidt. Bei den oberbergischen Betrieben und Schulen sei das erarbeitete pädagogisch-didaktische Konzept auf Interesse gestoßen, berichtet Anke Koester, Schulamtsleiterin des Oberbergischen Kreises. Das Konzept stammt von dem Schülerlabor Baylab plastics.

So gibt es kreisweit bereits 13 Partnerschulen. Diese können ab sofort Termine im neuen Schülerlabor buchen. Bis zu den Sommerferien ist das dienstags und donnerstags möglich. Voraussetzung dafür ist, dass die Klasse von zwei Lehrkräften begleitet wird, die zuvor eine Fortbildung absolviert haben müssen.

Nach dem spannenden Rundgang durch das Schülerlabor mit seinen verschiedenen Stationen folgte der offizielle Eröffnungsakt, durch den die Engelskirchener Fernsehmoderatorin Janine Steeger führte. Dieser startete mit einem tollen Trailer über das Schülerlabor, der von der Film AG des Gummersbacher Lindengymnasiums produziert wurde. Die anschließende Oberbergische Talkrunde über MINT sowie Chancen und Herausforderungen für unsere Region wurde ebenso mit einem Live-Stream im Internet übertragen wie die weiteren Programmpunkte zu den vielfältigen Angeboten des zdi-Zentrums “investMINT Oberberg”. So wurde die Johanniter-Kindertagesstätte Bielstein im Rahmen der gelungenen Einweihung des Schülerlabors von der gleichnamigen Stiftung als “Haus der kleinen Forscher” zertifiziert. Die Urkunde für die gute Umsetzung der Bundesinitiative “Haus der kleinen Forscher” nahmen Kollegium und Elternrat entgegen. Und als Andenken erhielten alle Gäste noch einen schicken Trinkbecher. Produziert natürlich in der Dieringhausener Kunststoffspritzgussmaschine.

26. Februar, 2015 | 15:49
zdi | Zukunft durch Innovation

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