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Praxistag Perspektive Technik

"Ameisenrennen" der besonderen Art: Mohamet muss den Ballon mit dem Hubwagen zum Platzen bringen.

“Ameisenrennen” der besonderen Art: Mohamet muss den Ballon mit dem Hubwagen zum Platzen bringen.

Unschuldig weht der kleine blaue Ballon im Wind. Nicht ahnend, dass es ihm an den Kragen gehen soll. Der 17-Jährige Mohamet soll den Ballon, der an einem Gerüst hängt, zum Platzen bringen. Allerdings nicht einfach so. Sondern mit einem Hubwagen, auch Ameise genannt. Beim “Ameisenrennen” der Albrecht Jung GmbH lenken Schülerinnen und Schüler einen Hubwagen durch einen Parcours und lösen Aufgaben. Doch das ist gar nicht so einfach. Immer wieder verfehlt der Pinn, der auf den Europaletten steckt, sein Ziel. Drei Auszubildende der Albrecht Jung GmbH stehen Mohamet zur Seite und geben ihm Tipps zum Steuern.

 Workshops und Infostände

In diesem Workshop auf dem Schulhof des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne erproben Schülerinnen und Schüler die Tätigkeiten eines Fachlageristen. Das Elektroinstallateurunternehmen Jung aus Lünen bildet unter anderem in diesem Beruf aus. Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 konnten beim Praxistag Perspektive Technik rund 30 Unternehmen und Hochschulen kennenlernen. Sie kamen aus Unna und Umgebung nach Werne und trafen auf Global Player wie Bayer Pharma, die Deutsche Bahn oder DHL. Die Aussteller informierten über Ausbildungsberufe und Studiengänge oder boten kleine Workshops an.

Zement im OP

Ein Beruf, der einem beim Stichwort MINT vielleicht nicht direkt einfällt, ist der OP-technische Assistent. Im Workshop des St. Christopherus Krankenhauses wird in grünen Kitteln genäht, getupft und Zement angerührt. Zement im OP? “Natürlich, bei Hüftoperationen beispielsweise wird auch mit Zement gearbeitet”, erklärt die begleitende Schwester. Auffallend ist: Um sie herum sitzen hauptsächlich Mädchen und versuchen das OP-Garn einzufädeln.

 

Return to sender

Auch beim Logistik-Workshop des Paketdienstes DHL sitzt vorwiegend weibliches Publikum vor Jürgen Korte. Die Mädchen kennen wahrscheinlich auch folgendes Phänomen gut: “Das liebste Hobby des Onlinebestellers: Zurückschicken. Das freut uns bei DHL von der Gewinnseite natürlich”, schmunzelt Jürgen Korte. “Aber logistisch ist es ein Riesenaufwand”, mahnt er an. “Jedes zurückgesandte Paket muss einzeln von uns geöffnet und geprüft werden.” Für die Auftraggeber ein Verlustgeschäft. Joelin, 14, aus Unna, findet die Logistik hinter dem Paketversand spannend. “Ich hatte mir schon früher überlegt, ein Praktikum bei DHL zu machen. Mit dem Workshop hier wollte ich mir das einmal genauer anschauen.” Damit ist sie bei Jürgen Korte genau richtig. Er kümmert sich um die Nachwuchsförderung bei DHL in Unna. “Bei unseren 12 Azubis pro Ausbildungsjahr ist die Übernahmequote hoch”, erläutert er. Und freut sich über eine hohe Frauenquote in seinem Unternehmen.

Infos für Schüler und Eltern

Rund 500 Jugendliche informierten sich am 19. und 20.02.2015 auf dem Praxistag Perspektive Technik, erprobten Technikberufe und lernten MINT-Berufe kennen. Für Eltern gab es einen gesonderten Infoabend. Organisiert wurde die Messe zum wiederholten Mal vom zdi-Netzwerk Perspektive Technik in Unna. “Viele Schüler haben eine duale Ausbildung gar nicht auf dem Schirm”, erklärt Anita Flacke vom zdi-Netzwerk. “Doch die Unternehmen haben gerade daran ein sehr hohes Interesse. Deswegen galt den Ausbildungsberufen der Schwerpunt der Messe.”

 

24. Februar, 2015 | 11:44
Autor: mwi
zdi | Zukunft durch Innovation

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