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Projekt in Rheine: IT in der Großwäscherei

Paulin und Katharina aus der 12. Klasse des Kopernikus Gymnasium Rheine lernen, wie sie ihre selbst erstellte Datenbank am besten nutzen.

Paulin und Katharina aus der 12. Klasse des Kopernikus Gymnasium Rheine lernen, wie sie ihre selbst erstellte Datenbank am besten nutzen.

Paulin und Katharina sitzen konzentriert an ihrem PC und programmieren. Ihr Ziel: Die Abfrage an ihre selbst erstellte Datenbank, wie viele Nutzer den Namen “Paul” tragen, soll möglichst schnell von statten gehen. Ihr Trick: Sie indexieren – also sortieren ‑ ihre Datenbank. So wird eine Suchanfrage schneller beantwortet, als wenn die Daten von vorne nach hinten durchsucht werden müssen.

An derselben Aufgabe sitzen ihre Kollegen aus dem Informatik-Leistungskurs Kevin und Michael. Sie und ihre zehn Klassenkameraden gehen in die 12. Klasse am Kopernikus Gymnasium Rheine und lernen zurzeit, wie Datenbanken in der Praxis genutzt werden.

Welchen Weg nimmt die Latzhose?

Ihr Lehrer Fabian Wissing sitzt dabei nur als Zuschauer im Raum. Denn den Unterricht gestalten Andreas Krümberg und Stephan Leiwering, beide Mitarbeiter des Unternehmens, das Programme für Großwäschereien entwickelt. „In einer Großwäscherei müssen Anfragen an die Datenbank innerhalb von Sekunden beantwortet werden“, erklärt Leiwering. Wenn sich zum Beispiel eine Latzhose auf einem Förderband kurz vor einer Gabelung befindet, muss anhand des Informationschips und der verbundenen Abfrage in der Datenbank schnell entschieden werden, ob es links oder rechts herum weiter geht.

Leiwering und Krümberg bringen die Theorie, die die Jugendlichen im Unterricht gelernt haben, also in einen praktischen Kontext. „Es ist klasse, endlich mal zu wissen, wo solche Programmierungen wirklich genutzt werden“, sagt Paulin. Und sie findet es perfekt, dass sie so kurz vor dem Abitur auch einfach mal Einblicke in Berufsfelder bekommt.

Programmierkenntnisse vertiefen

Auch Kevin hat sich davon inspirieren lassen. Der 18-Jährige studiert nämlich schon neben der Schule: „Ich nehme an einem Kooperationsprojekt mit der FH Münster im Bereich Wirtschaftsinformatik teil und kann die Grundlagenkurse besuchen. Dieses AdvanTex-Projekt gibt einem jedoch noch einmal einen anderen Blickwinkel in den Berufsalltag, der uns Oberstufenschülern oft fehlt.“ Nach dem Abitur möchte er an der RWTH Aachen studieren – vermutlich Informatik.

Ebenso wie die Mädchen versuchen Kevin und Michael, aus ihrer Datenbank alle Nutzer mit dem Namen "Paul" zu filtern.

Ebenso wie die Mädchen versuchen Kevin und Michael, aus ihrer Datenbank alle Nutzer mit dem Namen “Paul” zu filtern.

Die Schüler vertiefen ihre Programmierkenntnisse und können sich einen realitätsgetreuen Eindruck vom Berufsalltag eines Wirtschaftsingenieurs für den Bereich Datenbanken machen. „Das sind Teilbereiche der Informatik, die im Regelunterricht nicht abgezeichnet werden und nur durch die Kooperation mit AdvanTex möglich sind“, sagt Lehrer Wissing.

Beruf kennenlernen

Und auch die Dozenten sind begeistert von dem Projekt, das dieses Jahr zum ersten Mal umgesetzt worden ist: „Die Jugendlichen sind total motiviert; sogar in der ersten Stunde. Es macht Spaß, sein Wissen weiterzugeben und dabei zu helfen, ein Bild von unserem Beruf zu vermitteln“, sagt Krümberg. Einen Blick auf die Talente in dem Kurs werfen die beiden Experten natürlich auch. Aber das ist erst einmal Nebensache. Hauptsache ist, dass die Latzhose dem richtigen Kunden wiedergebracht wird.

16. Februar, 2016 | 16:11
Autor: cgl/zdi
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