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RadioLab Gütersloh: 3D-Druck trifft Röhrenradio

Die ersten Herzen sind am Ende des Kurstages erfolgreich fertig gestellt – und leuchten.

Der Weg zum Radio führt über ein leuchtendes Herz – zumindest für die Schülerinnen und Schüler des Physikkurses der Elly-Heuss-Knapp Realschule in Gütersloh. Ganz vorsichtig biegt Anna-Maria den Kupferdraht in Herzform, setzt die erste Leuchtdiode auf und fängt behutsam an, das Metall zu verlöten. Bis zum Ende des Kurstages soll das mit kleinen Lämpchen ausgestattete Herz fertig sein.

Bereits zum dritten Mal sind die vierzehn Jugendlichen Anfang April im RadioLab an der Geschwister-Scholl-Schule in Gütersloh zu Besuch, zwei weitere Kurstage sollen folgen. Ziel ist, zum Abschluss ein eigenes Radio zu bauen. In fünf aufeinander aufbauenden Modulen lernen sie dafür das richtige Biegen von Metall, Löten, Schaltpläne zu lesen und zu verstehen, wie die Musik ins Radio hinein- und wieder hinausgelangt. In der Ecke des Schülerlaborraums steht ein altes Röhrenradio, an der die ursprüngliche Radiotechnik nachvollzogen werden kann. Daneben ein 3D-Drucker, der die neuen, modernen Gehäuse für die selbst gebastelten Radios nach den Wünschen der Jugendlichen ausdrucken wird.

Ein altes Röhrenradio und ein 3D-Drucker.

Für die 15-Jährige Anna-Maria sind die Besuche im zdi-Schülerlabor eine spannende Ergänzung zum normalen Physikkurs: „Klar, die Theorie ist wichtig, aber die Technik wirklich in der Praxis kennenzulernen und auszuprobieren, finde ich noch schöner.“

Fördermittel des Landes NRW und der EU machen es möglich

Aufgebaut und gefördert wurde das zdi-Schülerlabor unter anderem mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, die das NRW-Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium im Programm EFRE-zdi zur Verfügung stellen. Eröffnet wurde die Radiowerkstatt im Jahr 2015. Seit 2017 steht das Angebot auch allen Schulen im Kreis Gütersloh offen.

„Der Technikraum bietet Jugendlichen eine moderne Ausstattung, um ganz praktisch zu verstehen, welche Technik in einem Radio steckt und um die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge zu erkennen“, erklärt zdi-Koordinator Matthias Vinnemeier. Doch beim Radiobau bleibt es nicht – im ausgebauten Tonstudio eine Tür weiter können Schülerinnen und Schüler lernen, Radiosendungen professionell aufzuzeichnen. „Jugendliche vertonen hier beispielsweise eigene Hörspiele in englischer oder französischer Sprache – das ist gerade für unsere internationalen Schülerinnen und Schüler klasse“, ergänzt Christiane Piepenbrock, Schulleiterin an der Geschwister-Scholl-Schule.

Ziel ist, Jugendlichen Motivation und Verständnis für technische Fragestellungen zu vermitteln und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, so Piepenbrock. Im Fokus der Arbeit im Kreis Gütersloh stehen Angebote zur Berufs- und Studienorientierung für Jugendliche. Einen Einblick in das Projekt verschafften sich vor Ort daher auch Ralph Angermund und Brigitte Timmer vom NRW-Wissenschaftsministerium sowie Cornelia Scheurer von der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Über eine gemeinsame Förderung beider Institutionen im zdi-BSO-MINT-Programm können viele Kurse kostenlos angeboten werden. „Ich freue mich sehr, dass es in der Schule schon früh für Jugendliche die Gelegenheit gibt, sich auszuprobieren und eigene Stärken und Schwächen kennenzulernen, was ihnen später bei der Berufswahl hilft“, erklärte Scheurer.

Kursteilnehmerin Anna-Maria haben die Erfahrungen in der Werkstatt bereits geholfen, sicher ist sie sich jedoch noch nicht, ob sie später auch beruflich im Bereich Physik arbeiten möchte: „Naturwissenschaften machen mir auf jeden Fall viel Spaß, im Sommer wechsle ich aber erst einmal von der Realschule aufs Gymnasium, um mein Abitur zu machen“, so die Zehntklässlerin.

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11. April, 2017 | 12:35
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