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zdi-“Aktivistin” siegt bei Jugend forscht

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Stolz auf ihre Entwicklung: Myrijam Stoetzer und Paul Poltin mit dem via Eye-Tracking steuerbaren Rollstuhl Fotonachweis: Stiftung Jugend forscht e. V.

Riesig war die Freude bei Myrijam Stoetzer (14), die am 30. Mai von Bundespräsident Joachim Gauck für den Sieg in der Kategorie „Arbeitswelt“ des 50. Bundeswettbewerbs von Jugend forscht in Ludwigshafen ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit ihrem Schulkollegen vom Duisburger Haniel-Gymnasium Paul Foltin (15) hat sie einen Rollstuhl entwickelt, der ausschließlich durch die Bewegung der Augen über eine Spezialbrille via Eye-Tracking gesteuert wird.

Technik für Menschen

„Ein Eye-Tracker filmt das Auge und die verschiedenen Bewegungsrichtungen – oben, unten, rechts und links. Damit kann man dem Rollstuhl Richtungsbefehle geben. Letztendlich soll das Menschen helfen, die behindert sind und sich nicht mehr bewegen können. Denn dazu zählt manchmal leider auch, dass sie zum Beispiel einen Joystick nicht mehr mit der Hand steuern können“, so die Nachwuchsforscherin.

Bei der Entwicklung unterstützt wurden sie von der LPE Technische Medien GmbH, die die Robotikplattform QFix und ein 3D-Drucker zur Verfügung stellte. Damit konnten die funktionierenden kleinen Modelle im Regionalwettbewerb und die Antriebe zu dem großen, echten Rollstuhl für die Wettbewerbe auf Landes- und Bundesebene gebaut werden.

Neugierig sein und Angebote nutzen

Obwohl erst 14, tüftelt Myrijam bereits seit vielen Jahren tolle Dinge aus. Dazu gehören ein Pulssensor, der es ermöglicht, virtuell mit Google-Street-View durch die Gegend zu joggen, ein Gerät zur intravenösen Injektion von Medikamenten, einen durch ein Schlagzeug gesteuerten Roboter und einen Schaumsensor zur automatischen Dosierung von Waschmittel. Auch beim zdi-Zentrum DU.MINT Duisburg Niederrhein ist sie keine Unbekannte. Neben einigen anderen Angeboten nutzte sie unter anderem den Mädchenworkshop „Bau deine eigenen Homepage“, aus dem ein eigener Block entstanden ist, den sie (englischsprachig) aktiv pflegt.

Ziele und Ambitionen

Weil Myrijam den Bereich Nano Engeneering total spannend findet, weiß sie schon jetzt, was sie einmal studieren möchte: Die Materialwissenschaften sollen es sein – und zwar ergebnisoffen: „Ich finde es wichtig, dass man beim Forschen und Entwickeln die eigenen Ideen verfolgt, aber auch im Blick behält, was im Umfeld passiert – denn oft verändern sich Projekte während man daran arbeitet, aber auch dadurch, wie diese Entwicklungen von anderen Menschen später aufgegriffen und genutzt werden. Das lässt sich nicht immer alles konkret planen.““ ,so die ambitionierte Achtklässlerin.
Unterstützt wird sie unter anderem von ihrem Vater Dr. Sergej Stoetzer. Dieser war von Januar 2013 bis Ende 2015 beim zdi-Zentrum in Duisburg tätig, die letzten vier Monate als Koordinator.
Das zdi-Team gratuliert ganz herzlich.

Myrijams Blog

Jugend forscht

2. Juni, 2015 | 10:53
aw
zdi | Zukunft durch Innovation

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