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SMIMS: Speed-Dating, Projekte, Studienberatung

Andreas Bossong und Natalie Schlemo von ZEB wollten die Bewerber testen.

Andreas Bossong und Natalie Schlemo von ZEB wollten die Bewerber testen.

„Sind alle vierstelligen Palindrome durch elf teilbar?“ Mit dieser Frage hat Johannes nicht gerechnet. Eigentlich sollte der SMIMS-Teilnehmer beim Speed-Dating doch ein Bewerbungsgespräch üben. Und nun bringt ihn Andreas Bossong von der Unternehmensberatung ZEB mächtig aus dem Konzept. „Ich kann doch nicht Kopfrechnen“, entfährt es Johannes. Doch schnell fängt er sich. „Ein Palindrom ist eine Zahlenkette, die von vorn wie von hinten denselben Wert hat“, bringt er das Gespräch wieder auf Kurs. Seine SMIMS-Mitstreiter knobeln im Hintergrund indes selbst eifrig an der Aufgabe.

High Potentials – die Experten von morgen

Johannes war einer von rund 40 Jugendlichen, die während der SMIMS die Gelegenheit nutzten, sich attraktiven NRW-Unternehmen bei einem Speed-Dating vorzustellen. Der Technologiedienstleister arvato, das Elektrotechnik-Unternehmen Phoenix Contact, der Kommunikationsdienstleister Materna sowie ZEB suchen immer nach qualifizierten Auszubildenden oder Studierenden im Bereich Mathe und Informatik. „Schon im vergangenen Jahr haben wir gute Erfahrungen gemacht“, so Kerstin Wilincyk von Phoenix Contact. In ihrem Unternehmen sowie bei Bertelsmann und ZEB arbeiten heute Teilnehmerinnen und Teilnehmer der SMIMS 2013. „Auf der SMIMS haben wir die einmalige Möglichkeit, die ,High Potentials‘ persönlich und im kleinen Kreis zu treffen.“ Ebenso wie die übrigen Unternehmensvertreter ist Wilincyk von Kompetenz und Ehrgeiz der Zwölftklässler beeindruckt. Neben potenziellen neuen Mitarbeitern finden die Unternehmen aber auch handfeste Hilfestellung. „Das SSL-Zertifikat auf Ihrer ZEB-Homepage funktioniert nicht“, merkt ein Schüler an. Das könne man der IT-Abteilung ja mal mitteilen, so sein Tipp.

 

Hochschulen beantworten Fragen zum Studium

Lag der Fokus beim Speed-Dating auf der Ausbildung oder dem dualen Studium, informierten sich die 99 Schülerinnen und Schüler auf dem „Markt der Möglichkeiten“ bei neun Hochschulen über Studienmöglichkeiten in diversen MINT-Fächern. Das Feld der mathematisch-informatischen Studienfächer erwies sich dabei als vielfältiger als die meisten dachten. Aus NRW mit dabei waren die WWU Münster, die TU Dortmund, die RWTH Aachen, die Universität Paderborn, die Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen/Recklinghausen/Bocholt, die Hochschule Hamm-Lippstadt, die Fachhochschule Münster sowie die Hochschule Ruhr-West. Überregional vertrat Tobias Fiebig die TU Berlin – als ehemaliger SMIMS-Teilnehmer 2007 betreute er in diesem Jahr selbst ein Projekt.

 

Visionäre Projekte – Apps, Roboter und TAN-Generatoren

Eine Gruppe arbeitete auch mit humanoiden Robotern.

Eine Gruppe arbeitete auch mit humanoiden Robotern.

Speed-Dating und Studienorientierung waren Teil der Projektwoche SMIMS, der Schülerakademie Mathematik und Informatik Münster. Gemeinsam mit der zdi-Geschäftsstelle und Bertelsmann, die als Sponsoren agierten, hat die Bezirksregierung Münster die SMIMS umgesetzt. Bereits zum 14. Mal lösten die talentiertesten Zwölftklässler NRWs anspruchsvolle Aufgaben der Mathematik und Informatik. Da steuerte zum Beispiel ein selbstgebautes Schiff autonom per GPS über den Münsteraner Aasee. (Präsentation GPS-Boot SMIMS 2014) Ein Highlight für die Gruppe: „Wenn die Schiffe auch wieder zurück gekommen sind.“ „Schiffe versenken“ war hingegen Ziel einer anderen Gruppe, die das Spiel selbst programmierte. Ein weiteres Team baute eigene TAN-Generatoren. Bilanz hier: Eine EC-Karte überlebte den Test nicht, doch letztendlich war der TAN-Generator voll funktionsfähig. Angesichts dieses Ergebnisses steckte sich der Ausrichter der Abschlussveranstaltung, die GAD eG, vorsichtshalber die Visitenkarte der jungen Programmierer ein. Weitere Teams programmierten Apps, simulierten Schwärme, berechneten Autobahnkreuze oder widmeten sich mathematisch der Verpackungsoptimierung von Lebensmitteln. Und auch den legendären Rubik’s Cube lösten die Schülerinnen und Schüler nicht mehr selbst – sie bauten einen Roboter, der den Zauberwürfel selbständig entwirrt.

Selbstbewusst in die Zukunft

„Wir sind alle sehr glücklich über den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben bei der SMIMS. Der ist einfach wesentlich höher als in der Schule, wo wir die Probleme teilweise schon in zehn Minuten lösen.“ So selbstbewusst bringt ein SMIMS-Teilnehmer die Stimmung der Woche in der Abschlusspräsentation auf den Punkt.

Die Frage nach dem durch elf teilbaren Palindrom konnte Johannes allerdings nicht beantworten. Das war aber auch nicht so wichtig: „Wir wollten dich aus dem Konzept bringen“, gesteht Natalie Schlemo in der Feedback-Runde. „Uns geht es darum zu sehen, wie du mit Stresssituationen umgehst.“ Knibbelt der Bewerber an den Nägeln, lächelt die Bewerberin, halten sie Blickkontakt? Ehrlichkeit und Natürlichkeit, so lernen die SMIMSler, seien das wichtigste im Bewerbungsgespräch. „Und ein Taschenrechner“, ergänzt ein pfiffiger Schüler.

99 Schülerinnen und Schüler waren bei der diesjähringen SMIMS dabei.

11. September, 2014 | 17:46
Autorin: mwi
zdi | Zukunft durch Innovation

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