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Technik-AG aus Mülheim hilft in Rumänien

40 Tonnen Material und knapp 40 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8 bis 13 der Willy-Brandt-Schule aus Mülheim an der Ruhr machten sich noch vor den Sommerferien mit einem vollbeladenen LKW in Richtung Osten auf. Ihr Ziel: Die Städte Busias und Ciacova in Rumänien.

Bereits seit 2002 gibt es das einwöchige Schulprojekt „Schule hilft“, in dessen Rahmen die Fahrt durchgeführt wurde. Dabei konzipieren und installieren zwei Schülergruppen (eine Mädchen- sowie eine Jungengruppe) aus gespendeten Komponenten ein funktionstüchtiges telekommunikations- und netzwerktechnisches System in einem gemeinnützigen oder versorgungsrelevanten Gebäude. Unterstützt werden sie dabei von Lehrkräften der Willy-Brandt-Schule und ehrenamtlich arbeitenden Fachkräften.

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Rund 40 Jugendliche machten sich vor den Sommerferien auf, um in Rumänien zu helfen.

Projektziele

Mit der Durchführung dieses außergewöhnlichen Projektes werden gleich mehrere Ziele verfolgt:

  • Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für MINT-Arbeitsfelder mit dem Ziel, auf diesem Wege frühzeitig dem Fachkräftemangel im MINT-Bereich zu begegnen
  • Erwerb von Fachkenntnissen in den Bereichen Informatik/Elektrotechnik und individuelle Förderung von ausgewählten MINT-Talenten
  • Frühzeitige Berufs- und Studienorientierung
  • Problemlösungsorientiertes Arbeiten
  • Erfahrungen im Projektmanagement sammeln
  • Gezielte Mädchenförderung durch die Bildung eines Projektteams, das ausschließlich aus Mädchen besteht
  • Persönlichkeitsentwicklung, Förderung der Selbständigkeit und Stärkung der Sozialkompetenz durch Teamarbeit
  • Anregung zu Kreativität
  • Vermittlung von Orientierungskompetenz durch den Aufenthalt in einem der ärmsten Länder Europas und die partielle Zusammenarbeit mit rumänischen Jugendlichen
  • Hilfe zur Selbsthilfe

 

Hilfe vor Ort

Vorbereitet haben sich die Jugendlichen in der Schule an einem Modellhaus, was über zdi-BSO-MINT gefördert wurde; auch die Fahrt selbst konnte so finanziert werden. Techniklehrer Peter Klatte „Ohne die zdi-Unterstützung hätten wir das nicht schaffen können.“ Bevor die Gruppe am 24. Juni müde aber zufrieden wieder in Mülheim eintraf, hatte sie viel bewegt. So wurden in Busias ein Computerraum in einer Resozialisierungseinrichtung für Jugendliche eingerichtet und in Ciacova eine Grundschule und ein Kinderheim mit PC-Netzwerken ausgestattet. „Solche Aktionen helfen den Projektteilnehmern auf sehr direkte Art und Weise, das in der AG Gelernte praxisnah umzusetzen. Außerdem schnuppern sie damit schon früh in technische Berufe hinein und machen damit vielleicht sogar erste Schritte auf dem Weg hin zur gut ausgebildeten Fachkraft der Zukunft“, weiß Monika Bruckmann, Koordinatorin des zdi-Netzwerks Mülheim an der Ruhr.

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Vor dem Sart wurden 40 Tonnen Material für zwei Projekte verladen.

 

Hintergrund

Das Schülerprojekt „Schule hilft“ ist Teil einer groß angelegten Hilfsaktion, an der eine Vielzahl von örtlichen Hilfsorganisationen (z. B. Rumänienhilfe Oberhausen, Caritas Essen, regionale Unternehmen und Privatpersonen) beteiligt sind. Die Fahrten nach Ciacova haben eine jahrelange Tradition und finden jährlich statt. Die Einzigartigkeit des Projektes ist die Verknüpfung von technischer Berufs- und Studienorientierung mit dem sozialen Engagement von Schülerinnen und Schülern zum Wohle rumänischer Kinder und Jugendlichen, die ansonsten keine Möglichkeit des Zugangs zu modernen IT-Technologien bekommen würden. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsströme ist das Projekt von großer Relevanz. Es leistet Hilfe zur Selbsthilfe, um die Lebensbedingungen (hier: Infrastruktur) vor Ort zu verbessern und damit einen Beitrag gegen die Abwanderung der Bevölkerung.

Kontakt:
zdi-Zentrum Mülheim an der Ruhr
Monika Bruckmann

27. Juli, 2016 | 14:56
zdi | Zukunft durch Innovation

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