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Von der technischen Zeichnung zum Produkt

Fräsen, drehen, bohren, entgraten, schleifen und gewindeschneiden hieß es für Benedikt und Matthias an den beiden letzten Tagen der Sommerferien. „Wir sind freiwillig hier“, versichert Benedikt, der schon an mehreren Kursen des zdi-Netzwerks cLEVer in Leverkusen teilgenommen hat. Und auch Matthias „wollte noch etwas vor dem Schulstart“ machen. Erfahren hatten sie von dem Angebot aus dem Internet bzw. in der Schule.

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Berufsschullehrer Andreas Fischer, Benedikt Schmidbauer (14) und Matthias Fliegen (11) bei einer kurzen Pause an der Fräsmaschine

Erst die Theorie, dann die Praxis

Ein bisschen Theorie und ganz viel Praxis hatte Berufsschullehrer Andreas Fischer bei der Konzeption des Kurses eingeplant und beides kam bei den Jungs sehr gut an. Gestartet wurde mit dem Thema Arbeitsplanung, denn ohne, so der Werkstattlehrer, gehe es nicht. Und so setzten sich Benedikt und Matthias erstmalig in ihrem Leben mit einer technischen Zeichnung eines Schlüsselanhängers auseinander, den sie am Ende des Workshops mit nach Hause nehmen wollten. Auch ein Fachbuch wurde befragt und die Funktionsweise von Dreh- und Fräsmaschinen erklärt. „Die Jungs sind sehr talentiert und richtig motiviert“, freute sich Fischer, der den Kurs zum ersten Mal durchführte.

Keine Angst vor Fachchinesisch

Fachbegriffe wie Außen- und Innengewinde, Toleranzen, Plandrehen oder Pinole schreckten die Jungs nicht ab und schnell ging es in die Praxis. Für den Schlüsselanhänger galt es, zwei Teile aus einem Messingrohr herzustellen. Dass sie das alles selber machen durften, hatten die Jungs nicht erwartet, umso konzentrierter arbeiteten sie an den wuchtigen Maschinen und fanden schnell heraus, wie die X- zur Y-Achse stehen muss, um zum Beispiel ein Loch exakt dort zu bohren, wo es in der technischen Zeichnung angezeigt war. Die dabei entstandenen Toleranzen bewegten sich laut Andreas Fischer in einem sehr akzeptablen Rahmen und müssten den Vergleich zu Ergebnissen von Auszubildenden in Metallberufen nicht scheuen.
Am Ende des insgesamt zehnstündigen Workshops hielten Benedikt und Matthias stolz zwei perfekte Schlüsselanhänger in den Händen.

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Die von der CNC-Maschine ausgeworfenen Kegel wurden von Benedikt sorgsam nachbehandelt

Wir kommen wieder!

Besonders angetan waren die beiden von einer CNC-Maschine, die durch den Einsatz moderner Steuerungstechnik in der Lage ist, Werkstücke mit hoher Präzision auch für komplexe Formen automatisch herzustellen. Zur Demonstration des Prinzips ließ Andreas Fischer die Maschine rund zwei Zentimeter große Kegel auswerfen, die auf große Begeisterung stießen. Auch diese durften die Jungs mit nach Hause nehmen.
Beim Abschlussgespräch waren sich beide einig, zwei tolle Tage erlebt zu haben. „Ich hätte es schön gefunden, wenn der Kurs noch einen Tag länger gewesen wäre“, so Matthias. Toll sei es, so oft ganz selbstständig an den Maschinen arbeiten zu dürfen. Und auch die Vorstellung von Ausbildungsberufen und Studiengängen durch einen Vertreter des Unternehmens TMD Friction am Vormittag des zweiten Tages sei spannend gewesen. Beide können sich für ihre berufliche Zukunft sehr gut vorstellen, in den MINT-Bereich zu gehen und wollen „auf jeden Fall“ weitere Kurse des zdi-Netzwerks besuchen.

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Nicht nur glänzendes Messing in Form von Kegeln und Schlüsselanhängern waren das stolze Ergebnis des zweitägigen Workshops

Auch, wenn es dieses Mal nur zwei Teilnehmer gab, ist sich Andreas Fischer sicher, dass der Workshop eine Zukunft hat. Nur am Titel „Wir sind stärker als Stahl!“ wolle man noch arbeiten. „Da brauchen wir etwas, was den Inhalt besser beschreibt“, aber die Begeisterung der Jungs zeige, dass der Inhalt richtig gut passt.

12. August, 2015 | 10:08
Anja Waschkau
zdi | Zukunft durch Innovation

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