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Von wegen Männerdomäne. Mädchen-Technik-Camp an der FH Aachen

Vierzehn bis 16 Jahre alt sind die Mädchen, die die erste Herbstferienwoche nicht zum Ausschlafen und Chillen nutzten, sondern das Angebot “FH4YOU-Technikcamp“ des zdi-Zentrums ANTalive Städteregion Aachen & Kreis Düren an der FH-Aachen wahrnahmen. „Nur zu Hause auf der Couch rumzusitzen, ist mir einfach zu langweilig”, meint Leonie Gronau, Schülerin des Mädchengymnasiums in Jülich „Ich möchte gerne meine Zeit nutzen und mich darüber informieren, was ich später einmal beruflich machen kann“. Auf dem Programm standen Themen wie Fräsen, Schweißen, Bauen, Schrauben, Fotografieren, Messen, Programmieren, Testen, Quatschen und Feiern. Für letzteres bot die Jugendherberge Aachen, für ersteres die Werkstätten der Fachhochschule Aachen beste Voraussetzungen. Lediglich 50 Euro inkl. Vollverpflegung und Rundumbetreuung kostete die Teilnehmerinnen die erfahrungsreiche Woche.

Erst die Theorie, dann die Praxis

Um eine möglicht heterogene Gruppe zusammenzustellen, hatte das zdi-Zentrum mit der FH vereinbart, maximal zwei bis drei Schülerinnen aus einer Schule teilnehmen zu lassen. In der Regel reisten die Mädchen daher zu zweit an, was unter anderem die “Hemmschwelle” senkte, sich eine Woche lang mit technischen Studienfächern zu befassen.

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Saskia Körlin und Anna Zantis setzten ihr theoretisch erworbenes Wissen beim Bau des “Erdbebenturms” direkt in die Praxis um

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Wie stabil der Turm war, wurde mit Hilfe eines schlagenden Gewichts geprüft

Vor der Praxis kam die Theorie. Auf dem Programm standen Grundlagenunterricht und diverse Vorlesungen. So lernten die Teilnehmerinnen in einer Vorlesung des Fachbereichs Bauingenieurwesen viel Wissenswertes über die Stabilität von Holzkonstruktionen. Dieses Wissen wurde anschließend beim Bau einer Holzbrücke und eines „Erdbebenturms“ in die Praxis umgesetzt. Am Technikcamp beteiligt waren die Fachbereiche Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik sowie Luft- und Raumfahrttechnik. Dass Arbeitskittel und Schutzbrille nur etwas für lötende oder fräsende Männer ist, wurde dabei spielerisch und endgültig ins Reich der Märchen verbannt.

Einfach mal reinschnuppern

Über die Motivation zur Teilnahme am Mädchencamp meint Schülerin Anna Zantis aus Heinsberg: „Im FH4YOU-Technikcamp sehe ich die Möglichkeit, in die verschiedenen Naturwissenschaften herein zu schnuppern. Damit will ich feststellen, ob für mich später ein naturwissenschaftliches Studium in Frage kommt. Außerdem probiere ich technische Dinge gerne selbst aus, in der Schule kommt die Praxis leider etwas zu kurz. Deshalb reizt mich die Gelegenheit, zusammen mit anderen interessierten Jugendlichen Neues an einer Fachhochschule mit moderner Technik auszuprobieren. Mich begeistert auch die Projektidee, Mädchen an Arbeiten heranzuführen, die eher als Männerdomäne gelten.“

Betreut wurden die Mädchen in der Camp-Woche von Sozialpädagoginnen der Pädagogischen Hochschule Aachen, die wie sie selbst auch in der Jugendherberge untergebracht waren. Ein Konzept, das sich bewährt hat, so Ellen Stollenwerk vom zdi-Zentrum: „Wichtig ist, dass die Mädchen das Erlebte mit ihren “Leidensgenossinnen” austauschen können. Und natürlich gibt es hier auch einmal eine Party zu feiern! Bis jetzt haben wir noch nicht gehört, dass ein Mädchen Heimweh hatte.“
Youtube-Video vom Camp 2014

Kontakt:
zdi-Zentrums ANTalive Städteregion Aachen & Kreis Düren
Telefon: 0241 / 997 444 22
E-Mail: info@antalive.de
Internet: www.antalive.de

13. Oktober, 2015 | 10:03
Anja Waschkau
zdi | Zukunft durch Innovation

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