Startseite » Aktuelles » WWF-Schülerakademie 2°Campus: Zuckerrüben im Akku und Windräder auf kleinstem Raum

WWF-Schülerakademie 2°Campus: Zuckerrüben im Akku und Windräder auf kleinstem Raum

Ein Besuch im Windpark des energieautarken OT Feldheim (c) WWF/Arnold Morascher

Ein Besuch im Windpark des energieautarken OT Feldheim (c) WWF/Arnold Morascher

Die WWF-Schülerakademie 2°Campus bietet Jugendlichen Perspektiven für innovative Ideen im Klimaschutz. Zwei Teilnehmerinnen, Kadi und Lena, berichten zum neuen Bewerbungsstart von ihren Erfahrungen.

„Ich sehe den 2°Campus als eine Chance, mich für den Klimaschutz einzusetzen und mit anderen in Kontakt zu treten, die sich für das gleiche interessieren. Dabei gefällt mir vor allem die Verknüpfung von Klimaschutz mit Naturwissenschaften.“

Diesen Kerngedanken verfolgen und teilen wir. Wir, das sind die 20 Teilnehmerinnen  und Teilnehmer der diesjährigen WWF-Schülerakademie 2°Campus, einem Projekt, das das Engagement für den Klimaschutz, wie wir es aus Alltag und Schule kennen, bei weitem übertrifft. Uns gibt man die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern und durch die Verknüpfung von naturwissenschaftlichem Forschen und Klimaschutz bekommt das Wort Umweltbildung eine ganz neue Bedeutung. Um in die Welt des Klimaschutzes auf allen Ebenen einzutauchen, haben wir uns im Frühjahrsblock bereits das erste Mal getroffen und kennengelernt. Von Vorträgen verschiedener Wissenschaftler und Klimaexperten über Diskussionen bis hin zum Besuch anschaulicher Praxisbeispiele, war unser Programm bunt gefächert.

Forschungsfragen für den Sommer
„Durch den 2°Campus habe ich Orte gesehen, an die ich sonst nie kommen würde und habe einzigartige Erfahrungen gesammelt“, wie Sophie uns bestätigt, so wurden beispielsweise das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung oder das energieautarke Dorf Feldheim besucht. Trotz unseres übergeordneten Zieles, das 2°-Limit einzuhalten, zeichneten sich doch recht schnell verschiedene Interessenbereiche ab, denen die vier Forschungsgruppen Energie, Wohnen, Mobilität und Ernährung gerecht wurden. Gemeinsam überlegten wir, wie wir in diesen Teilbereichen zum Klimaschutz beitragen können und formulierten unsere Forschungsfragen, denen wir im Sommerblock nachgehen würden: Wie lassen sich Windräder flächeneffizienter gestalten? Ist Wohnen auf kleinem Raum die Lösung des Heizwärmeproblems? Auf welche Weise kann die Nachhaltigkeit der Materialien von Akkumulatoren in Elektroautos optimiert werden? Kann Lebensmittelverschwendung in Zukunft verringert werden?

Monster-Windrad spart Fläche

Nach fachlicher Vorbereitung und Recherche stiegen wir direkt in die Forschung an der Bergischen Universität Wuppertal, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung

Eine stillgelegte Windradgondel in Feldheim wird unter die Lupe genommen (c) WWF/Arnold Morascher

Eine stillgelegte Windradgondel in Feldheim wird unter die Lupe genommen (c) WWF/Arnold Morascher

Eberswalde und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ein. Von Expertinnen und Experten und unseren wissenschaftlichen Mentorinnen und Mentoren, wurden wir bei Umfragen, Laborarbeit, Modellbau und Berechnungen auf hohem Niveau unterstützt. Dabei haben wir nicht nur unglaublich viel über wissenschaftliches Arbeiten gelernt, sondern auch zufrieden stellende Antworten auf unsere Forschungsfragen gefunden. Immer mit dem 2°-Limit im Auge, sind tatsächlich große Erfolge zu vermerken. Unser Ideenreichtum wurde auf jeden Fall belohnt: So könnte durch das von uns entwickelte „Monster-Windrad“ 45 Prozent des Flächenbedarfs für Windräder eingespart werden. Suffizienz im Bereich Wohnen übertrifft zwar nicht das Einsparungspotential von Effizienz in Deutschland, ist aber in Kombination mit energiesparendem Nutzerverhalten auf jeden Fall positiv zu bewerten. Auch die abstrakte Idee, den nachwachsenden Rohstoff Zuckerrübe als ein Ausgangsmaterial der Batterieherstellung zu verwenden, erhöht die Nachhaltigkeit und regt zum Weiterforschen an. Last but not least, spielen Kommunikation, Bildung und die Verwirklichung von Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung im Bereich Ernährung die entscheidende Rolle.

Vorfreude auf weitere Treffen

Nun blicken wir stolz auf unsere Ergebnisse zurück und freuen uns schon riesig auf die Abschlusspräsentation im Herbstblock. Unsere Vision von einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Gesellschaft; die Hoffnung, dass wir gemeinsam die Erderwärmung stoppen könnten, führt uns am Ende wieder zusammen. Als große Gruppe sind wir stark geworden, vor allem durch die zusätzlichen Freizeitveranstaltungen, die uns die Möglichkeit gaben, viele neue Freundschaften zu schließen und Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen.

Bis zum 1.Dezember 2015 läuft die Bewerbungsphase für die nächste Runde Klimaschutz. Interessierte Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren, die sich für Naturwissenschaften und Forschung in Zusammenhang mit dem Klimaschutz interessieren, können sich unter www.2-grad-campus.de über das Anmeldeverfahren informieren.

24. September, 2015 | 12:18
zdi | Zukunft durch Innovation

zdi | Zukunft durch Innovation