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“In Kamp-Lintfort wird die Zukunft gedruckt” – FabLab eröffnet

Spitzentechnologie auf über 500 m² – das zdi-FabLab@school glänzt mit einer hochkarätigen Hightechausrüstung. Die Zukunftstechnologie 3D-Druck ist hier am Campus Kamp-Lintfort, Hochschule Rhein-Waal, in allen Facetten vertreten. Von unterschiedlichen 3D-Druckern über einen Lasercutter bis zur CNC-Fräse können zahlreiche Objekte gefertigt werden, egal ob aus Holz, Kunststoff, Plexiglas, Silikon oder Stoff.

Die FabLamp

Henrik Mucha ist von Anfang an bei diesem neuen zdi-Schülerlabor dabei. Anhand der “FabLamp”, einer kleinen Lampe, erklärt der Ingenieur das Laborkonzept. „In dieser Lampe steckt eigentlich alles, was unser FabLab ausmacht.“ Den Lampenschirm hat er als 3D-Modell am Computer entworfen und mit dem Multijet 3D-Drucker angefertigt, den Holzsockel mit der CNC-Fräse zugeschnitten und montiert. Gemeinsam mit einem Kollegen programmierte er die Beleuchtung – fertig war die FabLamp. “Der Gedanke des FablLabs ist, das jeder sein Wissen beiträgt. Man baut Prototypen und entwickelt sie zusammen weiter.”

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“Computergesteuerte Heißklebepistole”

Einen Tisch weiter stehen zahlreiche 3D-Drucker, sogenannte RepRaps. Sie sind die einfachste, frei verfügbare Version von 3D-Druckern und können kleinere Kunststoffobjekte drucken. “Man muss sich das wie eine computergesteuerte Heißklebepistole vorstellen”, lacht Henrik Mucha. Die Drucker wurden von Schülergruppen in zdi-Workshops zusammengebaut. Das Besondere: Die Drucker replizieren sich quasi selbst. Die Schüler bekommen ein Kit mit den Einzelteilen und einer Bauanleitung. Die Verbindungsstücke des Geräts sind dabei mit ebenso einem 3D-Drucker hergestellt worden, wie dem, der zusammengebaut werden soll. Den fertigen Drucker können die Schüler anschließend mit in die Schule nehmen. Umsonst. Der Bausatz kostet das FabLab rund 200 €. Der Gedanke dahinter: Die Schulen im Umkreis verfügen nach und nach über eigene Drucker, mit denen sie im Technik- oder Kunstunterricht arbeiten können. Und mit denen sie, theoretisch, einen neuen Drucker herstellen können. Sie werden also selbst kleine Schülerlabore.

Eines der größten FabLabs weltweit

Die Idee des FabLab (Fabrication Laboratory) kommt aus den USA. Es ist ein Konzept des Massacusetts Institute of Technology (MIT). Deutschland hinkte lange hinterher, was die FabLab-Dichte betraf. Erst 2009 eröffnete an der RWTH Aachen das erste Labor. In Kamp-Lintfort soll die Hightech-Werkstatt nicht nur Schülern, Studierenden und Lehrenden offen stehen, sondern auch allen Bürgern im Kreis Wesel. Unternehmen und Existenzgründer können hier genauso ihre kreativen Ideen umzusetzen wie die Schüler. Eine Art offene Werkstatt für alle, für Neugierige und Professionelle. Rund 400.000 Euro hat der Aufbau des neuen zdi-Schülerlabors gekostet. Gefördert wurde er aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Auch die Hochschule Rhein-Waal und das zdi-Zentrum Kamp-Lintfort haben investiert. Es hat sich gelohnt – das FabLab ist eins der bestausgestatteten weltweit.

Interdisziplinäres Arbeiten von Schülern und Studenten

Doch vorrangig ist das FabLab den Schülern der Region vorbehalten. “Beim FabLab geht es darum, dass die Schüler interdisziplinär arbeiten. Angeleitet werden sie dabei von Studierenden wie mir”, erklärt Anne Reichel. Die Kommunikationsdesignstudentin ist selbst begeistert über das neue FabLab. “Es ist toll, hier Dinge auszuprobieren”, sagt sie und bedauert, bald mit dem Studium fertig zu sein. “Ich würde das FabLab gern noch weiter für meine eigene Arbeit nutzen.”

Ein zukunftsweisendes Konzept

Musste man sich früher zunächst mühsam in die Technik einarbeiten, gibt es heute einfache Tools für den 3D-Druck. 3D-Vorlagen können einfach am Computer erstellt und mit dem Drucker produziert werden. Natürlich bekommen die Schüler im FabLab auch eine Einführung in die Technik, um später selbst mit dem Drucker arbeiten zu können. Für Projektleiter und zdi-Koordinator Martin Kreymann ist das neue FabLab zukunftsweisend: “Wenn sich die Vision des 3D-Drucks so durchsetzt, wird es auch Fachkräfte brauchen, die diese Geräte bedienen können.” Diese Fachkräfte von morgen können nun im zdi-FabLab@school die Zukunft drucken.

Weitere Infos: www.zdi-fablab.org

17. April, 2015 | 11:17
Autorin: mwi
zdi | Zukunft durch Innovation

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